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SPAM – Spandau macht Alte Musik

Von der Faschingsoper bis zur Passionsvertonung

Das Alte-Musik-Festival SPAM füllt eine Lücke im Berliner Musikleben und hisst zur Premiere die Flagge des Karnevals.

vonIrem Çatı,

Keine Frage, musikalisch hat Berlin einiges zu bieten. Nur die Alte Musik komme in der Hauptstadt zu kurz und das, obwohl sie laut Heidi Gröger nur so platze vor hochtalentierten Musikern, die sich mit Werken aus der Renaissance und dem Barock beschäftigen. Bald wächst in der Gambistin, Festivalleiterin und Wahlberlinerin der Wunsch, diesen und internatio­nalen Musikern eine Plattform zu bieten. Als sie dann die Leiterin des Kulturhauses Span­dau, Britta Richter, kennenlernt, ist schnell der Entschluss gefasst, eben dort ein Festival für Alte Musik zu gründen. Musikwissenschaftler und Moderator Bernhard Schrammek, mit dem Gröger eine lange Freundschaft und Zusammenarbeit verbindet, macht das Leitungsteam von „SPAM – Spandau macht Alte Musik“ komplett.

Namhafte Ensembles gestalten die Premiere von „SPAM“

Das Besondere des Festivals ist neben dem ungewöhnlichen Namen der Zeitraum, in dem es stattfindet. Der Termin erstreckt sich vom 10. bis 26. Februar und fällt damit auf die Karnevalstage und den Beginn der Passionszeit. „Wir haben uns bewusst für einen festival­armen Zeitraum entschieden, um eine Lücke zu füllen“, erklärt Heidi Gröger. „Dementsprechend präsentieren wir unter dem Motto ‚Passion Karneval‘ Musik, die für die Fastnacht oder die Fastenzeit vorgesehen war.“ Im ersten Teil des Programms kommen dafür unter anderem Vox Luminis, die Lautten Compagney Berlin, die Akademie für Alte Musik Berlin sowie Alte-Musik-Legende Ton Koopman zusammen und präsentieren hintergründig-witzige Werke aus Europa, Auszüge aus Karnevals-Opern und eine Rekonstruktion der Schütz-Oper „Daphne“.

Am Passionswochenende hingegen treffen Gregorianische Gesänge und Bußpsalmen auf Bachs „Johannes-Passion“ zum Mitsingen. Das Abschlusskonzert bestreiten mit der Capella de la Torre und dem RIAS Kammerchor gleich zwei namhafte Berliner Ensembles.

Die Hauptspielstätte, die Zitadelle Spandau, dient heute als ein Zentrum für Kunst und Kultur und ist mit ihrer Lage an der Havel ein ganz besonderer Ort, findet Heidi Gröger. „Die Erfahrung zeigt, dass das Erlebnis viel stärker ist, wenn Musik und Raum gut kombiniert sind. Allein das historische Ambiente der Zitadelle versetzt die Besucher zurück in der Zeit und macht sie umso empfänglicher für die Musik.“

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