Alles aus der Welt der Oper
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Die Glut für das Feuer
Für Matthias Pintschers Märchenoper „Das kalte Herz“ hat Daniel Arkadij Gerzenberg erstmals ein Libretto verfasst.
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Echtes Dorfleben unter Belcanto-Gold
(Erl, 28.12.2025) Die Tiroler Festspiele Erl verankern sich mit ihrem Intendanten Jonas Kaufmann unter großer Publikumsnachfrage nachhaltig als Star-Hotspot mit Ensemblekontinuität in der Topliga der Opernfestivals. Das beweist gerade auch diese konzertante Premiere von Bellinis „La sonnambula“.
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Selbstmord-Operette mit Klanggewalten
(Annaberg-Buchholz, 13.12.2025) Krasznay-Krausz‘ spät entdecktes Werk „Die Gelbe Lilie“ zischt ab wie Zunder: Entertainment, Erotik und Emotionen kommen auch dank der Inszenierung von Christian von Götz zu ihrem vollen Recht – stimulierende Ambivalenzen eingeschlossen.
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Der Duft der Kälte
(Dresden, 7.12.2025) An der Semperoper feiert Hans Abrahamsens fantasievolle Adaption von Andersens „Schneekönigin“ eine bejubelte Premiere – aber sie lässt bittere Zweifel über die Nachhaltigkeit ihrer Botschaft zurück.
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Konkretion und Abstraktion
(Frankfurt am Main, 7.12.2025) Regisseur Claus Guth situiert Mozarts „Mitridate, re di Ponto“ an der Oper Frankfurt in den sechziger Jahren und geht einen Mittelweg zwischen Tagesaktualität und Historisierung.
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Eine ganz normale Familientragödie
(Mannheim, 7.12.2025) Am Nationaltheater Mannheim inszeniert Rahel Thiel Donizettis selten gespielte Oper „Lucrezia Borgia“ als ansprechende Hommage mit Seitenhieb gegen den Boulevard-Journalismus.
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„Die Meininger Art!“
(Meiningen, 5.12.2025) Kálmáns Hauptwerk erweist sich dank Dominik Wilgenbus und seinem Regieteam nicht als Hitparaden-Radaustück mit krachledernen Nebenfiguren. Es wird deutlich: Hinter dem Glamour könnte ein Kammerspiel in Schnitzler- und Hofmannsthal-Farben stecken.
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Im eisigen Bann der Schneekönigin
Die Weihnachtszeit wird durch die märchenhafte Figur der Schneekönigin in unterschiedlichen Interpretationen verzaubert.
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Giulia e Cleopatro
(Duisburg, 30.11.2025) Genderfluides hat Konjunktur. Bereits bei Händel könnte es in der Tat angelegt sein. Darauf legt es Regisseurin Michaela Dicu in ihrer Deutung jedenfalls voll an, was sich nicht nur als Vorteil erweist.
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Russisch-ukrainischer Mittwinternachtstraum
(München, 29.11.2025) Die Welttheater-Fiktion vom Manege-Dorf geht in Nikolai Rimski-Korsakows Weihnachtsmärchen-Alternative „Die Nacht vor Weihnachten“ an der Bayerischen Staatsoper voll auf.
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Kahlschlag aus Liebe
(Berlin, 22.11.2025) Trotz minimaler matter Flecken gelingt im Schillertheater ein bestürzender und hochspannender „Salome“-Abend: Regisseur Evgeny Titov lässt die grandiose Nicole Chevalier ohne Kopf auftreten. Generalmusikdirektor James Gaffigan setzt auf eine glanzvoll rauschende und raunende Klangtextur der revolutionären Partitur.
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Achtung: Baustelle
(Halle, 21.11.2025) Ben Baur verlegt Emmerich Kálmáns „Die Csárdásfürstin“ an der Oper Halle ins Hier und Heute – so ungefähr jedenfalls. Musikalisch hat das Haus die besseren Karten – dank Andreas Wolf am Pult der Staatskapelle Halle und einem starken Ensemble.
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Täglich grüßt der Läuterungsberg
(Berlin, 16.11.2025) An der Staatsoper Unter den Linden verleiht Regisseurin Lydia Steier ihrer Neuinszenierung von „Les Contes d’Hoffmann“ kurzweiligen Charakter zwischen maßlosem Rausch, weihnachtlicher Besinnlichkeit und teuflischer Tanzlust.
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Liebestod im Hallenbad
(Krefeld, 15.11.2025) Regisseur Jan Eßinger und Bühnenbildnerin Benita Roth verlegen den Schauplatz der Tragödie um das größte Liebespaar aller Zeiten in den lost space einer aufgegebenen Schwimmhalle. Das funktioniert bestens. Mihkel Kütson entlockt den Niederrheinischen Sinfonikern dazu alle der Partitur innewohnenden Vorzüge.
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Massenet-Sternstunde in Weimar
(Weimar, 14.11.2025) Die Konzentration auf das Wesentliche geht in der baldigen wichtigsten Ersatzspielstätte des Deutschen Nationaltheaters Weimar voll auf: Die Inszenierung von Jules Massenets „Werther“ durch Dorian Dreher feiert die Tugend dramaturgischer und szenischer Genauigkeit. Und der Abend wird dazu dank Kapellmeister Marco Alibrando auch zu einem musikalischen Triumph.
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Traumaarbeit im apokalyptischen Sperrbezirk
(Paris, 11.11.2025) Calixto Bieito setzt in Paris seinen „Ring“ mit „Die Walküre“ fort. Dabei trifft Küchenpsychologie, Wohnzimmerakrobatik und unfreiwillige Komik auf ein Dirigat der Luxusklasse von Pablo Heras-Casado.
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Regietheater von der Stange
(Hamburg, 9.11.2025) Michail Glinkas Zauberoper „Ruslan und Ljudmila“ sieht in der Inszenierung des gerade ziemlich angesagten Regie-Duos von Alexandra Szemerédy und Magdolna Parditka zwar mit buntem Graffiti und abgewrackten Metro-Kiosken wirklich dekorativ aus. Sie bietet jedoch kaum imaginativen Mehrwert. Musikalisch berührt die Premiere weit mehr.
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Mit Fell und Federkleid
Ob in alten Mythen oder in der modernen Fabel: Tiere öffnen den Blick auf das Menschliche und spielten auch in der Oper seit jeher eine wichtige Rolle.
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Liebestrank als Medizin gegen toxische Männlichkeit
(Münster, 2.11.2025) Regisseurin Clara Kalus zeigt: Die Männergesellschaft auf Tristans Schiff definiert sich ganz wesentlich durch Herrschaft über Frauen. Musikalisch punktet dieser „Tristan“ aber noch weitaus stärker.
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Am Anfang war das Ei
(Frankfurt, 2.11.2025) Keith Warner inszeniert Mussorgskis monumentalen „Boris Godunow“ an der Oper Frankfurt als packende Chronik von Macht, Schuld und Volksleid. Unter Thomas Guggeis entfaltet das Opern- und Museumsorchester dazu einen Klang von wuchtiger Intensität und klarer Textur.



































