Alles aus der Welt der Oper
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Wie gefährlich sind Männerblicke für Frauen?
(Magdeburg, 2.5.2026) Christian Øland gibt mit Jules Massenets „Manon“ seinen Operneinstand als neuer GMD in Magdeburg. Er lässt die tragisch umschimmerte Traurigkeit in der Leichtigkeit der Musik wunderbar aufscheinen.
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Nachts im Museum
(Schwetzingen, 2.5.2026) Im Rahmen der Schwetzinger SWR Festspiele inszeniert Regisseur Markus Bothe für das Nationaltheater Mannheim Claudio Monteverdis „L’Orfeo“ als fließendes Spiel zwischen Bühne und Publikum – und als Hommage an die Renaissance- und Barockmalerei.
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Die Macht der Worte
(Wiesbaden, 1.5.2026) Das Staatstheater Wiesbaden startet mit einer wort- und lehrreichen Übernahme aus Nancy in die Maifestspiele: mit Tiago Rodrigues’ dem Brecht’schen Theater verwandten Exegese von „Tristan und Isolde“. Musikalisch fand das Gehörte dabei deutlich mehr Anklang als die feinsinnige, aber fordernde Regie.
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Mein Körper gehört mir
(Mainz, 26.4.2026) In ihrer Uraufführung der Mainzer Fassung der amerikanischen Komponistin Missy Mazzoli dringt ihre Oper bis in des Gemüts verborgenste Winkel. Die Geschichte ist heftig.
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Der Facettenreiche
(Leipzig, 24.4.-26.4.2026) Im Rahmen des Festivals Lortzing 26 erforschen Oper und Musikalische Komödie Leipzig die vielgestaltigen musikalischen wie inhaltlichen Qualitäten des in der Stadt lange Zeit wirkenden Spielopernfürsten Albert Lortzing. Den Chorensembles und den Orchestern der Häuser gebührt dabei die volle Hochachtung.
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Landgang ins metropolitane Spektakel
(Duisburg, 25.4.2026) Leonard Bernsteins Broadway-Hit „On the Town“ zündet dank Regisseurin Louisa Proske, Choreografin Marie-Christin Zeisset, Dirigent Stefan Klingele und einem perfekten Ensemble nicht nur am Hudson River, sondern auch am Rhein.
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Ein stiller Schmerzensmann
(Lübeck, 25.4.2026) Schnörkellos, unsentimental und präzise, so ganz ohne wohlfeile Regieeinfälle führt uns Brigitte Fassbaender Wozzecks Schicksal vor Augen. Baritonstar Bo Skovhus begeistert in der Titelpartie von Alban Bergs Oper.
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Grausame Schönheit
Puccinis „Turandot“ wurde vor 100 Jahren uraufgeführt. Ein Werk zwischen den Polen der kulturellen Aneignung, des Kitsches, des aufkommenden Faschismus, des Märchens, der Psychologie und des Aufbruchs in die Moderne. Ist Puccinis unvollendeter Schwanengesang heute noch zu retten?
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Traumata eines Rückkehrers
(Genf, 23.4.2026) Regisseurin Barbora Horáková legt mit ihrer Inszenierung von Puccinis angeblichem Rührstück eine die Interpretations- und Rezeptionsgeschichte fortschreibende famose Deutung vor. Mit hellhöriger Poesie statt mit wohlfeilem Deutungsholzhammer.
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Queeres Liebesdrama
(Braunschweig, 19.4.2026) Regisseur Jan Eßinger deutet die gleichgeschlechtliche Setzung als schicksalhafte Verfallenheit des berühmtesten Liebespaares der Kulturgeschichte. Musikalisch wähnt man sich in den siebten Opernhimmel versetzt.
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Aus dem Bett heraus regieren
(Darmstadt, 18.4.2026) Wenn das Sinnliche auf Unsinn trifft: Am Staatstheater Darmstadt verbindet Regisseur Karsten Wiegand in seiner kammermusikalischen Inszenierung von „Die Krönung der Poppea“ die Intimität einer im Schlafgemach geplanten fürstlichen Intrige mit der frivolen Banalität einer karnevalesken Buffa-Oper.
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Wahnsinn als Staatsraison
(Frankfurt am Main, 12.4.2026) Regisseurin Andrea Breth, Thomas Guggeis und Lucia Ronchetti mit ihrem passend dazu komponierten Prolog machen aus Puccinis „Turandot“ eine beklemmende Studie über Gewaltherrschaft.
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Songspiel und queere Didaktik
(Erfurt, 11.4.2026) Die Oper „For a Look or a Touch“ von Jake Heggie erweist sich als lehrreicher Klassiker des neuen Musiktheaters. Darin erlebt ein jugendliches Publikum die Nöte und Bedrängnisse queerer Personen in Greifweite und ohne betuliches Leisetreten.
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Die Unterwelt: eine feuchte Angelegenheit
(Graz, 11.4.2026) An der Oper Graz bringt Regisseurin Nanine Linning Jean-Philippe Rameaus Barockoper „Castor et Pollux“ als wässrig schwebendes Drama auf die Bühne. Dirigent Bernhard Forck stimmt in den Reigen mit wellenartiger Lyrik ein.
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Undine geht
(Magdeburg, 10.4.2026) Seit 1989 wirkt Undine Dreißig am Theater Magdeburg, dem sie bis heute treu blieb. Nun verabschiedet sie sich von ihrem Publikum: so professionell wie nötig, so privat wie möglich.
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So stilvoll geht Barockspektakel
(Wien, 10.4.2026) Wie ein guter Wein gereift: Fünf Jahre nach der Bayreuther Premiere bringt das Theater an der Wien Leonardo Vincis neapolitanische Barockoper „Alessandro nell’Indie“ zurück auf die Bühne. Max Emanuel Cencics kurzweilige Regie hat dabei nichts von ihrem Witz und Unterhaltungswert eingebüßt.
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Musiktheater, das für sich selbst spricht
Mit den Genres Singspiel, Spieloper und Melodram hat sich vor allem der deutschsprachige Raum als musikgeschichtlich innovativ hervorgetan. Im April sind viele dieser „selbstredenden“ Spielarten nun zu erleben.
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Hier spielt die Barockmusik
(Zürich, 25.3.-27.3.2026) Wie ein Koordinatensystem der Stilrichtungen: Die Oper Zürich versammelt in ihrem Festival Zürich Barock die musikalischen Kräfte Europas und wird zum neuen Hotspot der Alten Musik.
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Gefühlswallungen durch Anna Netrebko
(Berlin, 29.3.2026) Die Festtagspremiere von „Un ballo in maschera“ an der Staatsoper Unter den Linden steht ganz im Zeichen von Anna Netrebko als Verdis Amelia. Die Starsopranistin rettet die eher öde Regie von Rafael R. Villalobos.
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Rassenhygieniker Wotan
(Köln, 29.3.2026) Während Paul-Georg Dittrich und sein Team in ihrer Wagner-Deutung einem gedanklichen Kurzschluss erliegen, gerät die musikalische Seite beglückend: Der Mischklang, den das Gürzenich-Orchester unter Marc Albrecht entfaltet, ist von berückender Wirkungsmacht.




































