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Passion in Hamburg: Bachs Meisterwerke zur Fastenzeit

Gedenken an das Leid – Erbringung eines Opfers

Mit Bachs Passionen begleiten Hamburger Hauptkirchen die Wochen vor Ostern und laden dazu ein, die Fastenzeit mit barocker Klangfülle zu erleben.

vonSören Ingwersen,

Weniger Süßigkeiten, kein Fleisch und Alkohol – und vielleicht auch das Auto mal zu Hause stehen lassen. Die siebenwöchige Passionszeit zwischen Aschermittwoch und Karsamstag ist für Christinnen und Christen die Zeit des Fastens, der Besinnung und des Gebets. Besonders am Karfreitag gedenkt man des Leidens und Sterbens Jesu Christi. Die Hamburger Hauptkirchen und der St.-Marien-Dom  begleiten diese Zeit vor Ostern mit Gottesdiensten, Andachten – und natürlich viel Musik, wobei der Name Johann Sebastian Bach auf den sakralen Veranstaltungsplänen ganz oben steht. Dessen Johannes-Passion erklang vor 302 Jahren erstmals in der Leipziger Nikolaikirche wobei Bach mit seiner experimentierfreudigen, expressiven Klangsprache weit über das hinausging, was damals in Kirchen, ja selbst in der Oper üblich war. Trotz ihres dramatischen, leidenschaftlichen Ausdrucks stand die Johannes-Passion lange Zeit im Schatten der viel Matthäus-Passion. Denn diese war es, mit der Felix Mendelssohn 1829 in Berlin der Bachrenaissance den entscheidenden Anstoß gab.  

Mit zwei Chören und zwei Orchestern und zweieinhalb Stunden Musik ist die Matthäus-Passion nicht nur üppiger besetzt, sondern auch deutlich länger als ihre Vorläuferin. 

In St. Michaelis ist am Karfreitag auch Bachs Markus-Passion zu erleben, ein Werk, dessen Partitur nicht überliefert ist, das aber mithilfe von Arien und Chorälen aus Bach-Kantaten sowie der beiden bekannten Passionen rekonstruiert wurde. Weltliche Musik ertönt hingegen in St. Katharinen mit dem „Musikalischen Opfer“, das Bach Preußens König Friedrich II. darbrachte.






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