TV-Tipp: Mozarts „Figaro“ aus der Scala auf 3sat

Frische Neu-Interpretation

Heute Abend strahlt 3sat um 20:15 Uhr erstmals die neue „Figaro“-Inszenierung der Mailänder Scala im Fernsehen aus

© ZDF/ORF/RAI/Brescia e Amisano/Teatro alla Scala

Szenenbild aus "Le nozze di Figaro"

Le nozze di Figaro/Teatro alla Scala

In einem der schönsten Opernhäuser der Welt konnte man 2016 eine eindrucksvolle Neuinszenierung bewundern: Der junge britische Regie-Shootingstar Frederic Wake-Walker nahm sich Wolfgang Amadeus Mozarts Opera buffa „Le nozze di Figaro“ an und lieferte eine intelligente und frische Neu-Interpretation. Seit 1981 war Mozarts „Figaro“ in Mailand in der legendären Inszenierung von Giorgio Strehler im Repertoire.

Wake-Walker spielt mit dem berühmten Vorbild: Er stellt mit Kulissen-Versatzstücken und der Einführung einer Strehler-Figur, die die meiste Zeit auf der Bühne sitzt, in der Partitur mitliest, Anmerkungen macht und mit einer Kurbel die Drehbühne bewegt, eine Hommage an Giorgio Strehler zusammen – respektvoll, aber nie devot.

„Figaro“ im neuen Gewand

Inhaltlich fokussiert Wake-Walker die Handlung des Stücks auf die Instabilität der Liebe. In der Ausstattung und in den Kostümen zeigt sich der Hauptunterschied zur Strehler-Inszenierung: Bewegte sich diese in einer herausgeputzten Rokoko-Welt, so führen Wake-Walker und McDonald aus einer anfänglich distanziert historischen Welt allmählich in die Gegenwart.

Das ist ein raffinierter und sehr innovativer Ansatz. Mozarts Figuren werden allmählich aus ihren (Kleider)-Hüllen herausgeschält und mutieren zu Menschen von heute, zu Liebenden mit den Problemen des 21. Jahrhunderts.

Mit Diana Damrau und Marianne Crébassa

Die Neuinszenierung ist ein Musterbeispiel dafür, dass auch in höchst traditionellen und traditionsbewussten Häusern stilvoll Neues erschaffen werden kann. Für höchstes musikalisches Niveau bürgt der österreichische Stardirigent Franz Welser-Möst bei seinem Debüt an der Mailänder Scala.

Die Besetzung ist ebenfalls ausgezeichnet: Carlos Álvarez als Graf, Diana Damrau als Gräfin, Golda Schultz als Susanna und Marianne Crebassa als Cherubino sind stimmlich in Hochform und überzeugen auch schauspielerisch. Ebenso wie der österreichische Bariton Markus Werba in der Titelrolle des „Figaro“.

Ausschnitt aus der neuen „Figaro“-Inszenierung:

concerti-Tipp:

Mozart: Le nozze di Figaro
Mit: Carlos Álvarez, Diana Damrau, Golda Schultz, Marianne Crebassa, Markus Werba und Franz Welser-Möst (musikalische Leitung)
Sa. 3.3., 20:15 Uhr
3sat

Termine

Samstag, 23.01.2021 19:30 Uhr Großes Festspielhaus Salzburg
Samstag, 27.03.2021 18:00 Uhr Staatsoper Unter den Linden Berlin
Donnerstag, 01.04.2021 19:00 Uhr Staatsoper Unter den Linden Berlin
Sonntag, 04.04.2021 18:00 Uhr Staatsoper Unter den Linden Berlin

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3 Antworten zu “Frische Neu-Interpretation”

  1. Babsi Meier sagt:

    Markus Werba ist Bariton!!!!

  2. B Malpi sagt:

    Markus Werba ist Bariton!!!!

  3. Julia Heuken sagt:

    Die CD ist auch bestimmt ganz toll mit Marianne Crebassa und eine gute Nachricht, die Aufführung vom Figaro mit Welser-Möst von der Mailänder Scala gibt es auf DVD/Blue-Ray zu kaufen, das werde ich wohl auch, gibt es im Handel, bei Jpc gibt es sie schon. Das ist mal wieder eine in der Kostimierung der Rokoko Zeit, interessant.

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