TV-Tipp 1.3.: Verdi: Requiem

Zur Passionszeit

Am ersten Fastensonntag sendet der SWR eine Aufzeichnung von Verdis „Requiem“ aus dem Festspielhaus Baden-Baden mit Riccardo Muti und Elīna Garanča.

© Holger Hage

Elīna Garanča

Elīna Garanča

Mit seinem Requiem griff Verdi einen alten Plan auf: Nach dem Tod Rossinis lud er 1868 die seinerzeit zwölf bedeutendsten Komponisten Italiens dazu ein, gemeinsam eine Totenmesse zu komponieren, die „Messa per Rossini“. Er selbst übernahm die Vertonung des Schlusssatzes „Libera me“. Die Partitur wurde rechtzeitig zum ersten Todestag fertig, doch zur Aufführung kam es trotzdem nicht.

Die Keimzelle für sein Requiem

Enttäuscht zog Verdi sein „Libera me“ zurück, das bald schon zur Keimzelle seines Requiems werden sollte. Alle weiteren Sätze folgten nach dem Tod Alessandro Manzonis 1873. Der große italienische Schriftsteller war ein Idol aus Verdis Jugendzeit. Betroffen schrieb Verdi: „Ich brächte es nicht übers Herz, das Begräbnis mitzumachen. Ich komme, bald, um das Grab aufzusuchen, allein, ungesehen.“

Im April 1874 schloss Verdi sein neues Werk ab und diesmal klappte es auch mit der Uraufführung, die 1874 in der Mailänder Kirche San Marco stattfand. Es ist sowohl Oper als auch geistliches Meisterwerk. Auch wenn Verdi in seinem Requiem einen anderen Ton anschlägt, so verleugnet er doch niemals seine persönliche, in der Oper gereifte Handschrift. Heute gehört das Werk zu den beliebtesten und schwierigsten Beiträgen der Gattung „Totenmesse“ und bildet einen Höhepunkt in der religiösen Musik des 19. Jahrhunderts.

Am ersten Fastensonntag sendet der SWR eine Aufzeichnung von Verdis „Requiem“ mit Elīna Garanča und Riccardo Muti vom 20. April 2019 bei den Osterfestspielen im Festspielhaus Baden-Baden .

concerti-Tipp:

So. 1.3., 9:15 Uhr
SWR
Verdi: Messa da Requiem
Elīna Garanča & Vittoria Yeo (Mezzosopran), Francesco Meli (Tenor), Ildar Abdrazakov (Bass), Chor des Bayerischen Rundfunks, Berliner Philharmoniker, Riccardo Muti (Leitung)

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