Porträt Casal-Quartett

Aus allen Bereichen schöpfen

Das Schweizer Casal-Quartett kennt bei der Ergründung des Repertoires keine Grenzen.

© Marco Borggreve

Sucht stets neue Perspektiven: das Casal-Quartett

Sucht stets neue Perspektiven: das Casal-Quartett

Alt und neu, traditionell und innovativ, klassisch und unkonventionell: Gegensätze ziehen sich an, doch das Casal-Quartett vereint sie gleich allesamt. Denn das Zürcher Ensemble beschränkt sich keinesfalls nur auf die blanke Wiederholung des Kernrepertoires, sondern leuchtet die Versenkungen und Nischen, Ecken und Kanten der Musikgeschichte gründlich aus: „Wir möchten uns nicht auf einen Teil dieses reichen Schatzes beschränken, sondern aus allen Bereichen schöpfen“, so die Philosophie des Quartetts. Neues im Vertrauten zu entdecken und gleichzeitig ungehörtes Neuland zu erforschen, das sei das eigentliche Ziel.

Seit seiner Gründung im Jahr 1996 hat sich das mittlerweile vielfach ausgezeichnete Casal-Quartett zu einem der erfolgreichsten und international gefragtesten Streichquartette der Schweiz entwickelt. Sein Repertoire erstreckt sich von Experimentellem wie Stockhausens Streichquartett mit vier Helikoptern über Werke des Tango Nuevo und Jazz bis hin zu den frühesten, kaum erforschten Anfängen der Gattung aus dem 17. Jahrhundert.

Das Casal-Quartett wirft ein neues Licht auf die Blütezeit des Streichquartetts

Einen ganz speziellen Klang erzeugen die vier Mitglieder Felix Froschhammer und Rachel Späth (Violinen), Markus Fleck (Viola) und Sebastian Braun (Cello) zudem regelmäßig auf ihrem historischen Instrumentarium des Tiroler Geigenbauers Jacobus Stainer, mit dem sie immer wieder ein neues Licht auf die Blütezeit des Streichquartetts zwischen Scarlatti und Beethoven werfen.

Neue konzeptionelle Möglichkeiten und abwechslungsreiche Konzertformate ergründet das Casal-Quartett auch durch die häufige Zusammenarbeit mit Gastmusikern und Schauspielern sowie durch die Einbindung von Tanz und Literatur. Zu seinen künstlerischen Partnern gehören Martha Argerich, Patricia Kopatchinskaja, Sol Gabetta, Christoph Prégardien oder Katja Riemann.

Auch interessant

Porträt Edward Gardner

Er sagt, was er denkt, und steigt mit seinen Musikern tief in die Materie ein

Edward Gardner schätzt das beinahe Wienerische Musizieren in Norwegens beschaulicher Stadt Bergen. weiter

Porträt Jeroen Berwaerts

Von der Rameau-Oper bis zum Chanson

Trompeter Jeroen Berwaerts ist ein wahrer Allrounder an seinem Instrument, der sich auch der zeitgenössischen Musik verschrieben hat. weiter

Porträt Marco Goecke

Tanz in Hochspannung

Marco Goecke erschafft mit einer beeindruckenden Schlagzahl neue Choreografien – und bezeichnet sie doch nur als Nebenprodukt. weiter

Kommentare sind geschlossen.