Dirigent Fawzi Haimor

Die Bandbreite des Repertoires erweitern

Dirigent Fawzi Haimor gibt seinen Einstand bei der Württembergischen Philharmonie Reutlingen

© Rob Davidson

Fawzi Haimor

Fawzi Haimor

Alle waren sich einig, als im Dezember ein neuer Chefdirigent in Reutlingen gesucht wurde: Fawzi Haimor soll es werden. Aus 18 Kandidaten haben sich Orchester, Intendanz und Stiftungsrat einstimmig für den 34-jährigen Amerikaner mit arabischen Wurzeln entschieden. Damit ist er der jüngste Chefdirigent, den die Württembergische Philharmonie je hatte, und wird als elfter Chefdirigent in der Geschichte des Orchesters Nachfolger des Schweden Ola Rudner.

Fawzi Haimor: Dirigent und Neurobiologe

1983 wurde Haimor in Chicago geboren und wuchs im Mittleren Osten sowie in der Nähe von San Francisco auf. Mit vier Jahren begann er Geige zu spielen und war in seiner Kindheit vor allem von Beethovens „Neunter“, dirigiert von Herbert von Karajan, schwer beeindruckt. Heute nimmt er sich jedoch lieber Carlos Kleiber oder Leonard Bernstein zum Vorbild. Neben seinen Studienabschlüssen in Musik und Dirigieren hat der Familienvater auch einen Master im Fach Neurobiologie abgelegt.

Mit seiner Frau und seinen drei Töchtern lebt er in der östlichen Bay Area bei San Francisco in Walnut Creek. Bis vor kurzem war er Resident Conductor beim renommierten Pittsburgh Symphony Orchestra, das zu den zehn besten amerikanischen Orchestern zählt. Dort leitete er nicht nur Konzerte mit großer Bandbreite, sondern engagierte sich zudem als Musikvermittler sowie Moderator und gründete das Alabama Symphony Youth Orchestra.

Botschafter der Musik

Auch in Reutlingen soll der „Neue“ nicht nur dirigieren, sondern zugleich Botschafter der Musik sein. Die Voraussetzungen dafür bringt er mit, auch was das Repertoire angeht: Es führt von der deutschen Romantik über russische und amerikanische Komponisten bis hin zu Pop, Rock und Hip-Hop.

Dabei bringt sein arabischer Hintergrund fast zwangsläufig ein Interesse an aktuellen Komponisten aus dem Nahen und Mittleren Osten mit sich, wie den syrisch-amerikanischen Tonsetzer Kareem Roustom, den auch schon Daniel Barenboim mit seinem West-Eastern Divan Orchestra auf dem Programm hatte. Aber auch ganz allgemein möchte Haimor das Repertoire in Richtung Neuer Musik erweitern, beispielsweise mit Stücken des Grammy-nominierten Amerikaners Mason Bates, der den traditionellen Orchesterklang mit DJ-Sounds anreichert.

Willkommen bei der Württembergischen Philharmonie, Fawzi Haimor:

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concerti-Tipp:

Mo. 18.9., 20 Uhr
Mit: Württembergische Philharmonie, Fawzi Haimor (Leitung)
Ort: Stadthalle Reutlingen

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