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Rezension Alban Berg Ensemble Wien

Etwas spröde

Schönbergs Kammersinfonie Nr. 1 E-Dur op. 9 ist der Höhepunkt auf dem Debüt-Album des Alban Berg Ensemble Wien.

vonRoland H. Dippel,

Die Stärken des Alban Berg Ensemble Wien liegen in Werken der jungen Moderne, deren Skelette von Satzstrukturen und Harmonien sie mit sich berückend anfühlendem Lack bestreichen. Das Adagio aus der unvollendeten Zehnten bestätigt, dass Mahlers Sinfonik ohne Verlust an Eindrücklichkeit faszinierend verdichtete Kammermusik sein kann. In der spannungs- und am Ende sogar glanzvollen Wiedergabe der Kammersinfonie bleibt unverständlich, warum sich Schönberg mit immensen Zweifeln über die richtige Instrumentation und Besetzung belastete: Dieses schwierige Werk ist der Höhepunkt des Albums. Nur bei jenem Schmäh und Sentiment, das oft als ein musikalisches Aushängeschild der Donaumetropole verstanden wird, agiert das Alban Berg Ensemble Wien etwas spröde. Zu korrekte Silberklänge verraten in der von Roland Freisitzer eingerichteten „Rosenkavalier“-Suite eilfertig, dass eine Epoche müde wird.

Alban Berg Ensemble Wien
Alban Berg Ensemble Wien

Mahler/Harry: Adagio (Sinfonie Nr. 10)
Schönberg/Webern: Kammersinfonie Nr. 1 E-Dur op. 9
R. Strauss/Harry: Rosenkavalier-Suite

Alban Berg Ensemble Wien
Deutsche Grammophon

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