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Rezension Benjamin Grosvenor – Werke von Liszt

Durchdacht

Der britische Pianist Benjamin Grosvenor möchte sich bei der Interpretation von Liszts Werken nicht als Epigone präsentieren, sondern eigene Ansprüche geltend machen – was ihm meistens auch gelingt.

vonChristian Lahneck,

Das diskografische Spielfeld von Liszts h-Moll-Sonate ist riesig, mit Platz für alle denkbaren Gegensätze der Deutung. Benjamin Grosvenor reiht sich in die Liste der Interpreten nun mit einer sehr durchdachten Einspielung ein. Das beginnt mit den Tempi und zeigt sich auch in der Auffächerung einzelner Stimmen. Man könnte nun von vielen Pianisten Zutaten nennen, auf die Grosvenor verzichtet. Eine Neueinspielung dieses Werkes ist meist ein Kompromiss. Auch hier. Der Brite möchte sich nicht als Epigone präsentieren, sondern eigene Ansprüche geltend machen. Das gelingt ihm meist, man erkennt seine innere Überzeugung, auch wenn sich über die gewählten Mittel durchaus auch streiten ließe. Zart gelingt ihm das „Gretchen“-Thema, aufregend der fugenartige Teil, die Sonate als Fantasie. Einen poetischen Ansatz verrät er in den drei Petrarca-Sonetten, arios sein Spiel auch in den „Norma“-Reminiszenzen.

Benjamin Grosvenor

Liszt: Klaviersonate h-Moll S. 178, Berceuse S. 174, Tre Sonette del Petrarcha, Réminescences de Norma S. 394 & Ave Maria S. 558 (nach Schubert)

Benjamin Grosvenor (Klavier)
Decca

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