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CD-Rezension Magdalena Kožená

Carmen fragile

Diese Carmen geht Simon Rattle schon in der rasanten Ouvertüre mit einer Delikatesse, Eleganz und klanglichen Schlankheit an, dass schnell deutlich wird: Er will mit seinen Berlinern zurück zu den Wurzeln des Stücks. Seine Einspielung fußt auf Fritz Oesers Fassung von 1964. Rattle liest Bizets klischeebelasteten Klassiker somit als opéra comique – so wurde er…

vonPeter Krause,

Diese Carmen geht Simon Rattle schon in der rasanten Ouvertüre mit einer Delikatesse, Eleganz und klanglichen Schlankheit an, dass schnell deutlich wird: Er will mit seinen Berlinern zurück zu den Wurzeln des Stücks. Seine Einspielung fußt auf Fritz Oesers Fassung von 1964. Rattle liest Bizets klischeebelasteten Klassiker somit als opéra comique – so wurde er uraufgeführt und so, mit gesprochenen Dialogen, französischer Clarté und Galanterie interpretiert Rattle das Werk. Sein Orchester setzt diesen Ansatz vorbildlich um – mit seidigen Violinen, luftigen Holzbläsern und präziser Rhythmik. Allein die Sänger bleiben hinter der Orchesterleistung zurück. Rattles Konzept folgend verzichtet Magdalena Kožená in der Titelpartie ganz auf rauchige Verruchtheit, mit ihrem hellen Mezzo ist sie mehr liebeshungriges Mädchen als Liebesluder, mehr Femme fragile als Femme fatale – eine interessant andere Carmen, die dennoch nicht ganz glücklich macht.

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