
CD-Rezension Yo-Yo Ma – Six Evolutions
Aller guten Dinge sind drei
Der warme Celloklang von Yo-Yo Ma und die dezent historisierend angelegte Spielweise lassen Bachs Cellosuiten zu ehrlich empfundenen Monologen werden
Wie einst Alfred Brendel mit Beethovens Klaviersonaten, so hält es Yo-Yo Ma mit Bachs Cellosuiten: drei Mal sollte es schon sein. Nun liegt also Mas jüngste Aufnahme dieser sechs Cellisten-Prüfsteine vor. Den eigens vergebenen Titel „Six evolutions“ kann man so verstehen, dass Ma diese Werke als Bachs Prozess von Reflexion und Reifung verstanden wissen möchte. Und entsprechend spielt Ma denn auch – als genau abgestimmtes Gesamt-Projekt, das uns tiefe Einblicke gewährt. Der warme Klang seines Cellos und die dezent historisierend angelegte Spielweise lassen diese Werke zu ehrlich empfundenen Monologen werden. Wer hier Einschläge des Romantischen erwartet oder Routine, weil eben die dritte Einspielung, wird eines Besseren belehrt. Es ist vielleicht Mas ausgefeilteste Aufnahme dieser Werke. Einzig der tänzerische Gestus hätte stellenweise stärker, mit mehr Leichtigkeit betont werden können.
Six Evolutions
Bach: Cellosuiten BWV 1007-1012
Yo-Yo Ma (Violoncello)
Sony Classical (2 CDs)
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