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Rezension Christophe Rousset – Baroque Christmas

Hochrangig und luxuriös

Christophe Rousset und der Monteverdi Choir verströmen Freude und Prunk zum Weihnachtsfest mit Musik von Marc-Antoine Charpentier.

vonRoland H. Dippel,

Weihnachten ist ein Fest der innigen Freude, nicht des glanzvollen Prunks. Trotzdem vereint dieses am Beginn der Zusammenarbeit des Monteverdi Choir und der English Baroque Soloists mit Christophe Rousset entstandene Album beides. Dass der französische Paradekomponist Marc-Antoine Charpentier alle Schattierungen zwischen den Polen Kirche und Monarchie auskostete, zeigt sich in seiner Oper „David et Jonathas“. Auch das Weihnachtsopus „In nativitatem Domini canticum“ enthält einigen Barockanhängern bekannte Sätze und Melodien. Das Werk springt von feierlicher Erwartung in spirituelle Verspieltheit und innige Andacht. Charpentier kostete die Stimmungsstationen des hohen Anlasses aus. Die Ensembles zelebrieren das mit prägnanter und affektiver Leichtigkeit, improvisiert wirkendem „spirit“ und explizit lockerer Perfektion. Diese dialogische Kunstfertigkeit umfasst Gesangs- und Instrumentalstimmen. Eine Meisterleistung in stetiger Balance von spiritueller Absicht und säkularer Ausgelassenheit. Rousset setzt als dritten Parameter eine minimal trockene Akribie, wodurch alles erfrischend unsentimental und locker wirkt. Weihnachtsmusik mit Glanz, aber ohne emotionalen Druck.

Baroque Christmas
Charpentier: In navitatem Domini canticum, Noëls sur les instruments & Messe de minuit pour Noël

Monteverdi Choir, English Baroque Soloists, Christophe Rousset (Leitung)
Soli Deo Gloria

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