Startseite » Rezensionen » Gedämpfte Großstadt

CD-Rezension Elisabeth Leonskaja

Gedämpfte Großstadt

Elisabeth Leonskaja erkundet Paris und liebt die Dezenz – offenbar misstraut sie allen hellen Lichtern

vonChristoph Vratz,

Bei dezentem Schimmer, wenn das Fahle vorsichtig leuchten darf, fühlt sie sich wohl. Doch sobald es grell wird, sobald die Lichter funkeln, zeigt sie eine merkwürdige Vorsicht. Traut sie diesem Gleißen nicht? Elisabeth Leonskaja hat ein Paris-Album veröffentlicht, mit Ravels Valses nobles et sentimentales zu Beginn. Wenn die Musik schäumt, klingt Leonskajas Spiel seltsam verhalten, alles Zart-Geschmeidige gelingt jedoch umso stimmungsintensiver. Auf Georges Ensecus erste Sonate, deren Presto-Mittelsatz sie auffällig in Prokofjew-Nähe rückt und dennoch auffallend melodiös deutet, folgt eine Auswahl von Debussy-Préludes. Auch hier kommt sie mehr dem Raffinement der Schlichtheit auf die Spur. Zwar lässt sie das Parfum im Flacon, und das ist gut so, doch trotz ihres feinen Anschlags bleibt etwa Feux d’artifice weit hinter den Referenzen von Zimerman oder Benedetti-Michelangeli zurück. 

Ravel: Valses nobles et sentimentales, Enescu: Sonate Nr. 1, Debussy: Préludes (Auswahl)
Elisabeth Leonskaja (Klavier)
eaSonus

Auch interessant

Rezensionen

Termine

Aktuelle Rezensionen

  • „Ohne Geige würde mir die Seele fehlen“
    Interview Joshua Bell

    „Ohne Geige würde mir die Seele fehlen“

    Seit 2011 leitet Joshua Bell die Academy of St Martin in the Fields. Sein Violinspiel liegt in zahlreichen Aufnahmen vor – und in 20 000 digitalen Samples.

Anzeige

Audio der Woche

Gabriel Meyer präsentiert „Before I Knew“

Der Zürcher Pianist Gabriel Meyer veröffentlichte am 19. Dezember 2025 seine zweite Single „Before I Knew“. Das Stück setzt den mit dem Debüt begonnenen Weg fort und ist Teil des Albums „Remember“, das im Mai 2026 erscheint.

Newsletter

Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach: frische Klassik!