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Rezension Herbert Blomstedt – Schubert: Sinfonien Nr. 8 & 9

Tiefer Ausdruck

Herbert Blomstedt dirigiert das Gewandhausorchester Leipzig mit Gelassenheit und präsentiert dramatischen Schubert.

vonChristian Lahneck,

Es gibt Einspielungen, die entziehen sich jeder Bewertung oder einer Beurteilung innerhalb einer bestimmten Zeichenzahl. Diese Aufnahme der „Unvollendeten“ und der ‚großen‘ C-Dur-Sinfonie von Franz Schubert ist so ein Fall. Aufgenommen im November 2011, dirigiert Herbert Blomstedt das Gewandhausorchester von Leipzig. Es mag im Detail packendere, neuartigere Lesarten geben. Doch hier kommt ein Faktor ins Spiel, der nicht leicht nach bestimmten Kriterien messbar ist: eine Haltung des Musizierens, wie sie auch der späte Günter Wand gezeigt hat, eine Gelassenheit, eine Tiefe des Ausdrucks, die vor geschärften Dissonanzen nicht Halt macht. Allein der langsame Satz der Neunten ist in allem ein großer dramaturgischer Erfahrungsschatz. Insofern lässt sich diese Einspielung bei Weitem nicht mit Blomstedts eigener Aufnahme (und der Staatskapelle Dresden) aus den frühen Achtzigern vergleichen.

Herbert Blomstedt
Herbert Blomstedt

Schubert: Sinfonien Nr. 8 & 9

Gewandhausorchester Leipzig, Herbert Blomstedt (Leitung)
Deutsche Grammophon

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