Startseite » Rezensionen » Sensibler Geist

CD-Rezension Jan Lisiecki

Sensibler Geist

Der junge Kanadier Jan Lisiecki hat sich den Konzert-Stücken von Robert Schumann zugewandt

vonChristoph Vratz,

Nach Mozart und Chopin hat sich der junge Kanadier Jan Lisiecki nun den Konzert-Stücken von Robert Schumann zugewandt. In dem Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia und Antonio Pappano hat er Geistesverwandte gefunden. Sie alle pflegen einen Schumann-Ton, der an den Extremen schnuppert, sie aber nicht entschieden genug austestet. Diese Aufnahme kann in vielen Punkten gefallen. Liesickis Geläufigkeit ist elegant, seine Akkorde und Oktaven wirken gut ausbalanciert, das Orchester spielt flüssig und kennt die Zonen, wo die Ausrufezeichen stehen, genau. Doch lauert immer wieder die Gefahr, dass Gefallen ins Gefällige umschlägt. Schumanns sensibler Geist, sein Spuken und sein geheimnisvolles Flüstern, die sinfonischen Netzwerke, die er in diesen fantasieartigen Werken spannt – all das bleibt untadelig, aber es packt den Hörer nicht oder nur selten.

Schumann: Klavierkonzert op. 54, Träumerei aus „Kinderszenen“ op. 15, Introduction & Allegro appassionato op. 92, Introduction & Konzert-Allegro op. 134
Jan Lisiecki (Klavier), Orchestra dell´Accademia Nazionale di Santa Cecilia, Antonio Pappano (Leitung)
Deutsche Grammophon

Auch interessant

Rezensionen

Termine

Aktuelle Rezensionen

  • „Es ist eine ewige Entdeckungsreise“
    Interview Rudolf Buchbinder

    „Es ist eine ewige Entdeckungsreise“

    Pianist Rudolf Buchbinder über Schuberts Tänze, das Grafenegg Festival, seine Faszination für verschiedene Ausgaben von Beethoven-Sonaten – und die Fußball-Weltmeisterschaft.

Anzeige

Audio der Woche

Atemberaubendes Feuerwerk

Mit funkelnder Virtuosität und unbändiger Ausdruckskraft widmet sich Simone Kermes einer echten Rarität: der Arie È follia d’un alma stolta aus dem Oratorium Giob von Carl Ditters von Dittersdorf. Ein atemberaubendes Feuerwerk klassischer Koloraturkunst – und die Wiederentdeckung eines nahezu vergessenen Meisterwerks. Ein Track aus dem neuen Album „La Luce“.

jpc Logo
Amazon Logo
Apple Music Button

Newsletter

Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach: frische Klassik!