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Rezension Joyce DiDonato – Eden

Zukunftsfähig

Durch die reine Stimme der amerikanischen Mezzosopranistin Joyce DiDonato entpuppt sich ihr Album „Eden“ als paradiesische Stunde.

vonRoland H. Dippel,

Nachhaltigkeitsdiskurse beeinflussen inzwischen Programminhalte. Das kann zu facettenreichen Zusammenstellungen mit ungewöhnlichen Resultaten führen. Joyce DiDonato posiert mit der Welt abhandenkommendem Blick – wie ein zum Licht strebendes Saatkorn. Das hier in großer Besetzung brillant wie penibel aufspielende Ensemble Il Pomo d’Oro gerät in ideale Symbiose mit der irritierend reinen Stimme. Es garantiert die künstlerische Zukunftsfähigkeit des Albums mehr als die Weltpremiere der Oscar-Preisträgerin Rachel Portman. Die Auswahl vom Frühbarock bis Charles Ives fügt sich zum schillernden, berückenden Musik-Narrativ eines Dialogs zwischen Seele und Natur. So macht die amerikanische Mezzosopranistin in dieser paradiesischen Stunde unsere apokalyptischen Ängste vor dem Klimawandel vergessen. Tiefe Schönheit und Makellosigkeit zerstreuen alle Vorbehalte gegen esoterische Überwältigungsstrategien.

Joyce DiDonato
Joyce DiDonato

Eden
Werke von Ives, Portman, Mahler, Gluck, Händel u. a.

Joyce DiDonato, Il Pomo d’oro, Maxim Emelyanychev (Leitung)
Erato

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