
Rezension Matthias Goerne & Leif Ove Andsnes
Samtig, dunkel
Wie unglaublich sanft Matthias Goerne die Details in Schumanns Lieder herauszuholen vermag, das ist hohe Liedkunst.
Nach seiner mehr als zwanzig Jahre zurückliegenden Aufnahme von Schumanns Liederkreis op. 24 (mit Vladimir Ashkenazy) hat Bariton Matthias Goerne nun eine neue Deutung dieses Werkes vorgelegt, gepaart mit den Kerner-Liedern op. 35. Sein Partner am Klavier heißt nun Leif Ove Andsnes, der mit seinem variablen, sehr sensiblen Spiel einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen dieses Albums beiträgt. Man darf Goernes Gesang mit seiner bassig timbrierten Stimme nicht mit der jüngsten Einspielung der Kerner-Lieder durch Christian Gerhaher vergleichen, es sind (fast) zwei Welten. Gemeinsam ist, dass beide Sänger provokante Text-Ausleuchtungen meiden, so dass sich Schumanns Klangsprache auf äußerst natürliche Weise vermittelt. Klar, das klingt bei Goerne samtiger, dunkler. Doch wie sanft er sein mächtiges Instrument zu führen vermag, wie er Details herauszuholen vermag, das ist hohe Liedkunst.
© Caroline de Bon

Matthias Goerne
Schumann: Liederkreis op. 24 & Kerner-Lieder op. 35
Matthias Goerne (Bariton), Leif Ove Andsnes (Klavier)
harmonia mundi
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Termine
Leif Ove Andsnes, NDR Vokalensemble, Grete Pedersen
Liszt: Via Crucis, Grieg: Psalmen op. 74 Nr. 1 & 4, Schubert: Gott ist mein Hirte, Xenakis: Nuits
Leif Ove Andsnes, NDR Vokalensemble, Grete Pedersen
Liszt: Via Crucis, Grieg: Vier Psalmen op. 74 (Auszüge), Schubert: Psalm 23 D 706, Xenakis: Nuits