Verkopfter Strauss

CD-Rezension Thomas Hampson

Verkopfter Strauss

Mahlers Meistersänger Thomas Hampson fehlt für Strauss das Generöse

Die CD beginnt mit der Strauss-Zugabe schlechthin, der Zueignung. Thomas Hampsons Über-Ausdeuten von Kernworten wie „Dank“ und „Herz“ wirkt freilich geschmäcklerisch. Der Meistersänger Mahlers sentimentalisiert eine Liedeskunst, der Strauss das Sentiment ohnehin so wohlkalkuliert eingeschrieben hat. Aber auch der ganz weite Legato-Fluss für den Zauber der „sonnenatmenden Erde“ und „des Glückes stummes Schweigen“ in Morgen fehlt dem Amerikaner. Wo ist hier das Generöse, das Sich-Verströmende, das Hingebungsvolle? Fischer-Dieskaus sängerische Intellektualität feiert ihre Auferstehung. Nach den Hits der ersten Hälfte der CD entschädigen indes die Repertoire-Entdeckungen der zweiten. Die Modernität des reifen Liedschöpfers Strauss liegt dem reifen Liedsänger Hampson sehr viel mehr. Zumal das von Daniel Hopes bitterer Geigensüße tödlich umflorte Notturno ist eine wirkliche Bereicherung.

Strauss: Lieder
Thomas Hampson (Bariton)
Wolfram Rieger (Klavier)
Daniel Hope (Violine)
Deutsche Grammophon

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