Transparenter Orchesterklang

Rezension Vladimir Jurowski – Tschaikowsky: Schwanensee

Transparenter Orchesterklang

Der transparente Orchesterklang von Vladimir Jurowski vermittelt Tschaikowsky zwischen Leichtigkeit und gebotener Kraft.

Beim Aufklappen der aufwendigen CD-Box überrascht eine Origami-Anleitung, die den bastelbegeisterten Klassikfan in 27 Schritten zu einem perfekten Papierschwan führt. Wer nun glaubt, dass diese indirekte Aufforderung zur bildenden Kunst als Zeitvertreib während der musikalischen Darbietung Vladimir Jurowskis und des State Academic Symphony Orchestra of Russia nötig ist, sei beruhigt. Die Interpretation des Ballett-Klassikers gelingt in dieser Einspielung durchaus hörenswert und spannend zugleich. Den Hörer erwartet hier die ungekürzte Originalfassung Tschaikowskys von 1877, die losgelöst von der Ballettsituation mit ihrer sinfonischen Qualität überzeugt. Der transparente Orchesterklang vermittelt zwischen Leichtigkeit und gebotener Kraft und setzt zugleich auf Homogenität im Bezug auf das Gesamtwerk. Jurowski arbeitet mit den Originaltempi, verwendet die ursprüngliche Orchestrierung und fokussiert sich ganz auf den emotionalen Charakter der Musik. Die Qualität der Aufzeichnung überragt.

Tschaikowsky: Schwanensee op. 20
Originalversion der Uraufführung von 1877

State Academic Symphony Orchestra of Russia „Evgeny Svetlanov“, Vladimir Jurowski (Leitung)
Pentatone (2 CDs)

Weitere Rezensionen

Rezension Alina Ibragimova – Schostakowitsch

In die Seele schauen

Schostakowitsch suchen und finden, fragen und hinterfragen. Das Orchester unterstützt Alina Ibragimova dabei genau und farbenreich. weiter

CD-Rezension Vladimir Jurowski – Strauss & Mahler

Mahler gewinnt

Bei den ersten Konzerten mit seinen Berlinern hat Vladimir Jurowski sogleich unter Beweis gestellt, dass er ein Händchen für Schwergewichtiges hat weiter

Termine

Mittwoch, 23.06.2021 20:00 Uhr Kulturpalast Dresden

Leonidas Kavakos, Sächsische Staatskapelle Dresden, Vladimir Jurowski

Internationale Schostakowitsch Tage Gohrisch

Auch interessant

Mein Lieblingsstück: Vladimir Jurowski

Mahler: Das Lied von der Erde

Der meditative Stil in Gustav Mahlers „Das Lied von der Erde“ fasziniert den russischen Dirigenten Vladimir Jurowski seit seiner Jugend. weiter

Multimedia-Tipp 14.10.: Live aus der Berliner Philharmonie

Melancholische Romantik

Franz Schubert und Gustav Mahler wählten zeitlebens persönliche Empfindungen als semantische Gegenstände ihrer Werke. Zwei besonders melancholische Kompositionen stehen morgen in Berlin auf dem Programm. weiter

concerti März-Ausgabe 2018

Druckfrisch: die concerti März-Ausgabe!

Freuen Sie sich auf unsere März-Ausgabe mit spannenden Interviews, interessanten Künstler- und Festivalporträts, neuen Opernkritiken und vielen Termintipps weiter

Kommentare sind geschlossen.