In die Seele schauen

Rezension Alina Ibragimova – Schostakowitsch

In die Seele schauen

Schostakowitsch suchen und finden, fragen und hinterfragen. Das Orchester unterstützt Alina Ibragimova dabei genau und farbenreich.

Das Scherzo ist eine merkwürdige Angelegenheit, humorvoll einerseits, beißend andererseits. Und doch: verwundbar. So komponiert Dmitri Schostakowitsch im zweiten Satz seines ersten Violinkonzerts, das wie das Schwesterwerk für den Geiger David Oistrach komponiert wurde. Das Staatliche Akademische Sinfonieorchester Russlands „Jewgeni Swetlanow“ (welch langer Name) unter Vladimir Jurowski haben die beiden Konzerte nun mit Alina Ibragimova aufgenommen. Die Geigerin spielt im Finale des ersten Werkes nach der Urfassung, also nach der noch nicht entschärften Originalidee des Komponisten. Ihr Ton ist wechselhaft, licht und schattig, zerbrechlich und forsch, als habe sie Schostakowitsch direkt in die Seele schauen wollen. Insofern: ein sehr ehrliches Spiel. Es ist ein Suchen und Finden, ein Fragen und Hinterfragen. Das „Swetlanow“-Orchester unterstützt sie dabei genau und farbenreich. Hörenswert!

© Eva Vermandel

Alina Ibragimova

Alina Ibragimova

Schostakowitsch: Violinkonzerte 1 & 2

Alina Ibragimova (Violine), Staatliches Akademisches Sinfonieorchester Russlands „Jewgeni Swetlanow“, Vladimir Jurowski (Leitung)
Hyperion

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Termine

Sonntag, 20.06.2021 18:00 Uhr Staatsoper Unter den Linden Berlin

Mussorgski: Chowanschtschina (abgesagt)

Mika Kares (Fürst Iwan Chowanski), Sergey Skorokhodov (Fürst Andrei Chowanski), John Daszak (Fürst Wassili Golizyn), Vladislav Sulimsky (Bojar Schaklowity), u. w., Vladimir Jurowski (Leitung), Claus Guth (Regie)

Mittwoch, 23.06.2021 20:00 Uhr Kulturpalast Dresden

Leonidas Kavakos, Sächsische Staatskapelle Dresden, Vladimir Jurowski

Internationale Schostakowitsch Tage Gohrisch
Freitag, 01.10.2021 20:00 Uhr Reitstadel Neumarkt

Mahler Chamber Orchestra, Alina Ibragimova

Jubiläumsfestival der Neumarkter Konzertfreunde

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