Nils Landgren, geboren 1956 in Degerfors, ist ein schwedischer Jazzmusiker, Posaunist, Sänger und Produzent. Aufgewachsen in einer musikalisch geprägten Familie erhielt er zunächst klassischen Trompetenunterricht, bevor er als 13-Jähriger zur Posaune wechselte. Zwischen 1972 und 1978 absolvierte er ein klassisches Posaunenstudium in Karlstad und Arvika. Nach seiner Ausbildung sammelte er Erfahrung als Studiomusiker und arbeitete dabei unter anderem mit Bengt-Arne Wallin, ABBA, Herbie Hancock, The Crusaders und Eddie Harris zusammen.
Internationale Profilierung erlangte Landgren in den 1990er-Jahren mit der Nils Landgren Funk Unit, deren Mischung aus Jazz, Funk und Soul ihn zu einer prägenden Figur des europäischen Crossover-Jazz machte. Parallel entwickelte er ein lyrisch-kammermusikalisches Repertoire, das sich in Projekten wie „Ballads“ und der Reihe „Christmas with My Friends“ widerspiegelt. Neben seinem warmen, gesanglichen Ton wurde die rote Posaune zu seinem Markenzeichen, was ihm den Beinamen „Mr. Red Horn“ einbrachte. Von 1998 bis 2001 spielte er in der NDR Big Band, deren Leitung er zudem in der Saison 2008/2009 gemeinsam mit Jörg Achim Keller innehatte. Seit 2012 prägt er in gleicher Funktion das Festival Jazz Baltica.
Nils Landgren hat bisher mehr als fünfzig Alben aufgenommen und erhielt mehrmals den schwedischen Grammy, darunter 2012 den Ehrenpreis für sein Lebenswerk. 2019 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.



