Zu Jahresbeginn gastiert das Ensemble Modern mit einem der Schlüsselwerke der Minimal Music in der Kölner Philharmonie: Steve Reichs Music for 18 Musicians. Kaum ein anderes Stück hat die Wahrnehmung zeitgenössischer Musik so nachhaltig geprägt wie dieses 1976 entstandene Werk, das pulsierende Energie mit einer nahezu körperlichen Sogwirkung versprüht.
Das Ensemble Modern gilt seit Jahrzehnten als Referenz für Reichs Musik. Eine besondere Perspektive eröffnet dabei Rainer Römer, der nicht nur Teil des Ensembles ist, sondern auch direkt mit Steve Reich an Music for 18 Musicians zusammengearbeitet hat. Seine Erfahrungen aus der Probenarbeit mit dem Komponisten geben Einblick in die feinen Mechanismen dieses scheinbar streng konstruierten, tatsächlich aber hochsensiblen Klangorganismus.
Am Puls des Werks
„Das Stück besticht durch eine raffinierte Besetzung und ist wie ein fragiles Objekt, das jederzeit zerplatzen kann: Es ist keine Musik für Egotrips. Die Magie entsteht, wenn alle Mitwirkenden in stiller Übereinkunft in denselben Groove und Klangraum eintauchen. Dann beginnt das Stück zu fliegen und entfaltet seine hypnotische Kraft.“ Mit diesen Worten beschreibt der Perkussionist Römer den besonderen Charakter einer Musik, die absolute Präzision ebenso verlangt wie kollektives Atmen und Hören.
Music for 18 Musicians lebt von subtilen Verschiebungen, von sich überlagernden Pulsmustern und einem changierenden Farbenreichtum aus Stimmen, Bläsern, Klavieren, Streichern und Perkussion.
Das Ensemble Modern wird unterstützt von vier Sängerinnen der britischen Gesangsgruppe Synergy Vocals, die sich ebenfalls auf Neue Musik spezialisiert und mit Steve Reich zusammengearbeitet hat.






