Mehr als zwanzig Jahre währt inzwischen die künstlerische Freundschaft zwischen Lang Lang und den Berliner Philharmonikern. 2004 hatte sich der damals 22-Jährige Chinese in einer Klavierreihe des Edelklangkörpers vorgestellt, zwischenzeitlich war er Fokuskünstler, spielte beim traditionellen Saisonabschlusskonzert in der Waldbühne und präsentierte sich wiederholt im Großen Saal der Philharmonie – das Hauptstadtpublikum kennt und schätzt den Star-Pianisten. Nun kehrt Lang Lang mit Maurice Ravels G-Dur-Klavierkonzert zurück an die Spree. Mit seinen flirrenden Klängen, dem ausgelassen fröhlichen Grundton und reichlich virtuosen Passagen scheint das Werk, das mit einer knallenden Peitsche beginnt, wie gemacht für ihn.
Unterschätztes Juwel
In der zweiten Hälfte des Abends nehmen sich die Berliner unter der Leitung von Paavo Järvi Hans Rotts erster – und einzig vollendeter – Sinfonie an. Mehr als einhundert Jahre war das knapp einstündige Klanggebilde in Vergessenheit geraten, erst 1989 erlebte es seine Uraufführung. Seit Jahren setzt sich Järvi für die Sinfonie ein, die auf einzigartige Weise Assoziationen an die Monumentalität Anton Bruckners und den Sarkasmus Gustav Mahlers weckt, und zugleich mit eigenem Charme, jugendlichem Überschwang und hymnischem Optimismus verfängt.






