Die Stadt Halle ist untrennbar mit ihrem größten Sohn verbunden: Georg Friedrich Händel. Ihm zu Ehren laden die Händel-Festspiele seit über 100 Jahren Stars der Alte-Musik-Szene und Musikliebhaber aus aller Welt ein. In den authentischen Spielstätten, vom historischen Opernhaus bis hin zu den Kirchen, in denen Händel selbst die Orgel spielte, erwacht der Glanz des 18. Jahrhunderts zu neuem Leben. Florian Amort ist der neue Intendant der Händel-Festspiele Halle und freut sich auf das diesjährige Festivalmotto „Mannsbilder. Helden, Herrscher, Herzensbrecher“. Das gegenwartsbezogene Thema behandelt Männerbilder in den Opern und Oratorien aus Händels Zeit, als es besonders männlich galt, wenn man seine Affekte kontrollieren konnte. Was passiert, wenn dieser Anspruch auf die Affekte der Barockoper trifft, die überdies noch von Kastraten und Hosenrollen, also von einem Kosmos von Männlichkeits-Facetten geprägt ist?
Opernentdeckung und ein Geheimtipp
Auch Frauen bekommen ihre Bühne. Als große Entdeckung kommt eine Oper von Antonia Maria Walpurgis von Bayern auf das Programm. In ihrem selbstgeschriebenen Libretto zu „Talestri, regina delle Amazzoni“ verhandelt sie Konflikte zwischen den Geschlechtern sowie das Dilemma zwischen persönlichen Neigungen und ideologischer Überzeugung. Geheimtipp des Intendanten ist außerdem der Opern-Klamauk von Johann Friedrich Lampe, der mit „The Dragon of Wantley“ eine Persiflage auf die Opera seria und auf Händel selbst geschrieben hat. Höhepunkt der Festspiele ist die Verleihung des Händel-Preises der Stadt Halle an René Jacobs.





