3 Fragen an ... Susanne Stichler

3 Fragen an … Susanne Stichler

Susanne Stichler moderiert neben dem ARD Nachtmagazin seit März 2020 zusätzlich die Sondersendung ARD Extra.

© H&S/Hergen Schimpf

Susanne Stichler

Susanne Stichler

Kann Musik uns in Krisensituationen helfen?

Susanne Stichler: In der ersten Phase der Corona-Pandemie konnte ich selbst beim Musikhören nicht mehr Abschalten. Aber als ich einen Live-Stream aus der Elbphilharmonie angeschaut habe, wurde mir bewusst, dass wir jetzt ein Gemeinschaftsgefühl brauchen. Gänsehaut hatte ich natürlich wegen Dvořák, aber auch, weil ich wusste, dass in diesem Moment noch viele andere Menschen zuschauen. Das hatte etwas Verbindendes.

Wie erlebten Sie den kulturellen »Shutdown«?

Stichler: Ich lechze förmlich danach, endlich wieder in ein Konzerthaus oder in einen Club zu gehen. In solch einer kulturellen Durststrecke, die die einschneidenden, aber auch notwendigen Maßnahmen mit sich bringen, wird einem bewusst, was uns die Kultur vor Ort an magischen Momenten bietet. Persönlich bin ich froh, dass ich mein Instrument jetzt häufiger in die Hand nehme. Als Kind habe ich Bratsche gelernt – man hat sie mir damals empfohlen, weil ich eher groß war. Ich wollte Bratsche studieren, bin dann aber beruflich einen anderen Weg gegangen.

Gibt es einen Komponisten, der Sie besonders anspricht?

Stichler: Was mich mein Leben lang berühren wird, ist das Mozart-­Requiem. Das Werk hat sich früh in mein emotionales Gedächtnis eingebrannt, weil ich es als Jugendliche selbst viel ­gespielt habe. Musik ist für mich die beste Form, Gefühle nachzuempfinden, und bedeutet mir sehr viel.

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