Fußball-WM Spezial: Interview Ilker Arcayürek

„Ein spannendes Hin und Her mit kurzen starken Akzenten“

In unserem concerti-Spezial zur Fußball-WM 2018 lassen wir mehr oder weniger ballverrückte Künstler zu Wort kommen. Heute: Tenor Ilker Arcayürek

© Janina Laszlo

Ilker Arcayuerek

Ilker Arcayuerek

Ein Österreicher mit türkischen Wurzeln, der Schubert singt – kommen Sie noch mit? So multikulturell diese Beschreibung auch klingen mag, Tenor Ilker Arcayürek dient sie als Ausgangspunkt für seine Karriere. Und die startete mit dem Sieg beim Wettbewerb für Liedkunst der Hugo-Wolf-Akademie 2016 in Stuttgart überaus erfolgreich. Doch auch die Finalrunde beim Cardiff Singer of the World Competition 2015 und die Auszeichnung als BBC Radio 3 New Generation Artists haben ihr übriges getan, den Mittdreißiger weit nach vorne zu bringen. Seit der Saison 2015/16 ist Ilker Arcayürek Mitglied des Ensembles des Staatstheaters Nürnberg, sang bereits am Teatro Real in Madrid, bei den Salzburger Festspielen und beim Verbier Festival. Wir haben den Tenor, bei dem im Gespräch immer ein wenig der Wiener Singsang zu vernehmen ist, nach seiner Einschätzung für die Fußball-WM 2018 befragt und erstaunliche Antworten erhalten.

Für welches Team drückst du bei der WM die Daumen und warum?

Ilker Arcayürek: Natürlich dem Weltmeister Deutschland, weil ich doch seit einigen Jahren in Deutschland lebe und seit meiner Kindheit die Bundesliga schaue.

Und wer, glaubst du, gewinnt?

Arcayürek: Frankreich ist neben Deutschland einer meiner Titelfavoriten. Belgien könnte es diesmal auch sehr weit bringen.

Wer ist für dich die größte Fußball-Legende?

Arcayürek: Der brasilianische Ronaldo. (Nicht Cristiano Ronaldo)

Und was war das legendärste Spiel?

Arcayürek: Das 7:1 von Deutschland gegen Brasilien. Ich dachte, ich träume.

Welches klassische Stück wäre die perfekte Alternative für die Nationalhymne deines Lieblingsteams?

Arcayürek: Giuseppe Verdis Triumphmarsch aus „Aida“. Natürlich steht es den Italienern zu, dieses Meisterwerk als Nationalhymne zu verwenden.

11 Freunde sollt ihr sein – mit welchen Musikern wärst du gerne in einer Mannschaft?

Arcayürek: Daniel Barenboim als Trainer – er analysiert das gegnerische Team. Daniel Harding – er dirigiert das Spiel von hinten. Yuja Wang im Sturm – sie lenkt das gegnerische Team ab, sodass wir Tore schießen können. Aber Spaß beiseite! Am liebsten spiele ich immer noch mit meinen ehemaligen Freunden und Kollegen vom Opernhaus Zürich. Wir haben sogar bei der Theater EM in Basel mitgespielt.

Und auf welcher Position würdest du spielen?

Arcayürek: Ich spiele am liebsten im Sturm oder im offensiven Mittelfeld.

Und wer steht im Tor?

Arcayürek: Aus Kollegialität wird meistens gewechselt, so dass jeder seinen Spaß am Spiel hat.

Welches klassische Stück Musik entspricht am ehesten einem Fußballspiel und warum?

Arcayürek: Der „Hummelflug“ von Rimski-Korsakow. Ein spannendes Hin und Her mit kurzen starken Akzenten.

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