Fußball-WM Spezial: Interview Carolyn Sampson

„Da ist das Ding!“

In unserem concerti-Spezial zur Fußball-WM 2018 lassen wir mehr oder weniger ballverrückte Künstler zu Wort kommen. Heute: Sopranistin Carolyn Sampson

© Marco Borggreve

Carolyn Sampson

Carolyn Sampson

Zehn Jahre hat die Engländerin Carolyn Sampson in Freiburg gelebt – und singt trotzdem in akzentfreiem Deutsch. Aber Spaß beiseite: Die Sopranistin, die in ihrer Jugend auch Klavier und Geige auf Orchesterniveau spielte, pendelt ebenso zwischen ihrem Heimatland und der Welt wie sie zwischen den unterschiedlichen Genres pendelt. Nachdem sie sich anfangs vor allem dem romantischen Repertoire gewidmet hatte, machte sie als Interpretin von Barockmusik Karriere: Mit der Leichtigkeit ihrer Stimme, mit der sie mühelos die kompliziertesten Arien auf der Opernbühne singt oder innig ihr weit gefächertes Liedrepertoire interpretiert, hat sie schnell den Weg in die Herzen des Publikums gefunden. Sich neue Möglichkeiten zu erschließen und sich als Charakterdarstellerin zu profilieren, ist ein großes Anliegen von Carolyn Sampson. So veröffentlichte sie im Mai dieses Jahres ihr Album „A Soprano’s Schubertiade“, auf dem sie gemeinsam mit ihrem kongenialen Klavierpartner Joseph Middleton Schubert-Lieder eingespielt hat und damit unterschiedlichste Frauenfiguren porträtiert. Für concerti hat Carolyn Sampson die Spielzüge ihrer englischen Heimatmannschaft analysiert und uns einige Fragen zur Fußball-WM beantwortet.

Für welches Team drückst du bei der WM die Daumen und warum?

Carolyn Sampson: Für England, als meine Heimat, und mit meinen Kindern, die in Deutschland geboren sind, für Deutschland.

Und wer, glaubst du, gewinnt?

Sampson: Ich glaube, Deutschland hat eine gute Chance, oder Brasilien…

Wer ist für dich die größte Fußball-Legende?

Sampson: Oliver Kahn – als mein Sohn 2008 geboren wurde, haben wir unserem Freundeskreis geschrieben: „Da ist das Ding!“

Und was war das legendärste Spiel?

Sampson: Oje! Als Engländerin muss ich halt Wembley 1966 sagen! Optimal vielleicht nicht, aber legendär auf jeden Fall…

Welches klassische Stück wäre die perfekte Alternative für die Nationalhymne deines Lieblingsteams?

Sampson: Haydns Abschieds-Sinfonie, fürchte ich!

11 Freunde sollt ihr sein – mit welchen Musikern wärst du gerne in einer Mannschaft?

Sampson: Joseph Middleton, Masaaki Suzuki, Julian Prégardien, Christopher Purves, Ann Hallenberg, Andrei Bondarenko, Joélle Harvey, Yannick Nézet-Séguin, Mark Padmore, Trevor Pinnock. Das sind zehn, ich bin die Elfte!

Und auf welcher Position würdest du spielen?

Sampson: Flügel (Wing).

Und wer steht im Tor?

Sampson: Trevor Pinnock – ich traue ihm zu, alle Situationen retten zu können!

Welches klassische Stück Musik entspricht am ehesten einem Fußballspiel und warum?

Sampson: Ein Präludium und Fuge von Bach… Am Anfang, hat man eine Ahnung, wie es ausgehen könnte, spielt konzentriert, aber oft passiert irgendwas ganz unerwartet. Dann im zweiten Teil wird es etwas komplizierter und anstrengend und man freut sich auf die Auflösung!

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