Opern-Kritiken
Lesen Sie Opernkritiken von aktuellen Premieren, Uraufführungen und Saisonhighlights aus Deutschland und europäischen Metropolen verfasst von Experten.
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Musikdramatische Heißfront
(Berlin, 1.5.2022) Dieses akustische Kardiogramm muss man erleben: Die orgiastische Exaltiertheit zelebriert Marc Albrecht mit dem Orchester der Deutschen Oper Berlin vorbildlich. Christof Loy steigert die Wirkung der Musik in seiner Inszenierung mit sinnfälliger Noblesse.
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Der Penis aus der Palme
(Hamburg, 24.4.2022) Der ungarische Film- und Schauspielregisseur Kornél Mundruczó hat zwar gute Ideen für Wagners romantische Oper, setzt sie aber nicht um. GMD Kent Nagano trifft im Graben auf demotivierte Philharmoniker.
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Wenn die Hölle singt
(Amsterdam, 18.4.2022) Meisterregisseur Barrie Kosky kann Verdi, Wagner und Tschaikowsky – und zeigt nun, dass er auch die naturalistische Drastik von Puccini perfekt zu schärfen versteht: Statt Klischees zu reproduzieren, dringt er psychologisch präzise ins Innere dieses Maschinenraums des Bösen vor.
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Zwischen Ratten, Licht und Farbe
(Stuttgart, 10.4.2022) Mit der neuen „Walküre“ wird das Stuttgarter „Ring“-Modell separater Regie-Teams vollends auf die Spitze getrieben. Der Unterhaltungswert ist erheblich.
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Zurück in die Zukunft
(Mannheim, 8.4.2022) Carl Maria von Webers „Der Freischütz“ wird zu einem Himmelfahrtskommando der besonderen Art. Das Regie-Kollektiv liefert keine Überschreibung, sondern lädt zu einem ernsthaften Eintauchen in eine opulent erinnerte Vergangenheit ein, zu der auch unsere Gegenwart gehört.
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Der Teufel tanzt in Moskau
(Köln, 3.4.2022) Der baldige Bayreuther „Ring“-Regisseur Valentin Schwarz erfindet zu York Höllers Oper nach Michail Bulgakows Roman eine überströmend phantasievolle Bilderflut.
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Aufstieg des Bösen
(Kiel, 26.3.2022) Regisseurin Luise Kautz inszeniert Halévys Grand opéra „Die Jüdin“ mit starken Bildern und fesselnder Atmosphäre, die vom Philharmonischen Orchester Kiel unter der Leitung von Daniel Carlberg noch intensiviert wird.
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Der gerupfte Schwan
(Leipzig, 27.3.2022) Das Opernhaus in Wagners Geburtsort Leipzig komplettiert mit dem Märchen vom Schwanenritter den kompletten Kanon seines Werks für das Festival „Wagner 22“. Regisseur Patrick Bialdyga entwickelt Rollenprofile, die sich einprägen. Dirigent Christoph Gedschold steuert mit dem Gewandhausorchester betörende Transparenz bei.
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Tanz der Rocky Horror-Vampire
(Hannover, 25.3.2022) Mit allzu bunt konstruierten Ansätzen überfrachtet Ersan Mondtag Heinrich Marschners Opern-Rarität „Der Vampyr“. Dirigent Stephan Zilias wirkt dem entgegen und bringt immer wieder reinstes romantisches Musiktheater zum Vorschein.
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Unvereinbare Welten
(Halle, 19.3.2022) Nach 120 Jahren erklingt Ignacy Jan Paderewskis einzige Oper „Manru“ erstmals wieder in der deutschsprachigen Originalfassung. Regisseurin Katharina Kastening hält die szenische Umsetzung dabei in einfachen Konturen, Dirigent Michael Wendeberg stellt das Musikalische kraftvoll in den Vordergrund.
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Schlafsaal in Flammen
(München, 19.3.2022) Haydns „L’infedeltà delusa“ gerät vom Komödienspaß zur Internatstragödie. Musikalisch gibt es aber berechtigt viel Jubel.
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Der doppelte Rigoletto
(Lyon, 18.3.2022) Filmregisseur Axel Ranisch inszeniert seinen Verdi mit listiger Verschmitztheit, Neugierde und Freude am Spielerischen gleich zweimal. Daniele Rustioni erfindet die Partitur auch musikalisch neu.
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Hoffnung für die Vernunft der Menschheit
(Dresden, 12.3.2022) Intimes Theater als Psychogramm des Widerstands: Die Semperoper führt „Weiße Rose“ des im Herbst verstorbenen Komponisten und Intendanten Udo Zimmermann wieder auf.
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Die Rache der Eisprinzessin
(Hamburg, 13.3.2022) Regisseurin Yona Kim deutet Puccinis unvollendete letzte Oper mit feministischem Furor. Dirigent Giacomo Sagripanti hat es eilig, ins kraftstrotzende Finale einzubiegen.
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Außenseiter ohne Chance
(München, 6.3.2022) Stefan Herheim inszeniert an der Bayerischen Staatsoper in München Benjamins Brittens „Peter Grimes“.
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Ganz stilles und ganz großes Drama
(Dresden, 5.3.2022) Wagners Meisterdirigent Christian Thielemann debütiert mit Verdis „Aida“, die Katharina Thalbach in kunstvoll arrangierten Tableaus auf die Bühne bringt. Der Krieg in der Ukraine schwingt dennoch allgegenwärtig mit.
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Toxische Männlichkeit
(Athen, 5.3.2022) Robert Wilson bleibt seiner lichtdurchfluteten, artifiziellen Slow Motion-Ästhetik auch in Verdis Alterswerk treu. Doch der „Otello“ in Athens spektakulärem neuen Opernhaus gewinnt an diesem Abend dennoch ungeahnte tumultartige politische Aktualität.
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Hart, unsentimental und tieftraurig
(Gießen, 19.2.2021) Musiktheater als emotionaler Extremwinter ohne Frostschutzmittel: Charles Wourinen, der amerikanische Komponist finnischer Abstammung, vertonte die Story einer utopiefreien schwulen Liebe nach dem gleichnamigen Film schonungs- und kompromisslos. Cathérine Miville inszeniert die Annäherung der beiden Männer mit subtiler Körperlichkeit.
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Schicksalsjahre einer Prinzessin
(Meiningen, 18.2.2022) Die aufregendste mitteldeutsche Opernentdeckung aus dem 19. Jahrhundert seit Jahren: Der komponierende Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha verfügte über packende musikdramatische Stoßkraft, schuf ein zwischen Rossini, Auber, Meyerbeer und Marschner lustwandelndes Opus – ein Muss für Freunde des 19. Jahrhunderts, das weltweit nur hier zu erleben…
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Woody Allen goes Musical
(Leipzig, 12.2.2022) Als Jukebox Musical lebt die Verpflanzung von Woody Allens Film auf die Musiktheaterbühne von authentischem Jazz der Roaring Twenties. Während die Musik und die Choreographien furios zünden, bleibt die Personenregie mitunter blass.
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„Musik muss uns aus der Komfortzone holen“
Stargeigerin Anne-Sophie Mutter feiert ihr 50. Bühnenjubiläum unter anderem mit Aufnahmen zeitgenössischer Werke.
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