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Auf Tour: Martynas Levickis und The Knights

Amerikanische Blüten mit litauischen Wurzeln

Mit Schwung aus Brooklyn geht der Litauer Martynas Levickis auf Deutschlandtournee: Seine musikalische Begleitung, das Kammerorchester The Knights, und zwei der gespielten Komponisten stammen aus dem legendären New Yorker Stadtteil.

vonBenjamin Elsholz,

Das Akkordeon – hinterwäldlerisch? Mitnichten! Wer hört, welche Klänge Martynas Levickis seinem Instrument entlockt, verabschiedet sich schnell von jedem Klischee. Dabei verbrachte der gebürtige Litauer tatsächlich als Kind gerne Zeit im Wald, wo er Blätterrauschen und Vogelgesang imitierte. Farbige Lebendigkeit prägt sein Spiel weiterhin, längst ist der Opus-Klassik-Preisträger jedoch auf den international bedeutendsten Konzertbühnen zuhause. Dorthin bringt er hauptsächlich Arrangements, von Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ bis zu Songs von Lady Gaga. Auf seiner Deutschlandtournee interpretiert er nun den Solopart von Gershwins legendärer „Rhapsody in Blue“ auf dem Akkordeon. Dieses Stück begeistert seit gut hundert Jahren, weil Gershwin darin klassische Sinfonik mit der Lässigkeit des Blues und dem Drive des Ragtime anreicherte. Für diese Blüte der amerikanischen Moderne hat Levickis das Kammerorchester The Knights an seiner Seite, das wie Gershwin in Brooklyn verwurzelt ist und mit ihm das musikalische Selbstverständnis teilt. In flexibler Besetzung bemühen sich The Knights, Barrieren zwischen Publikum und Bühne abzubauen – und treten dafür ebenso in der Carnegie Hall wie in Bars und Parks auf. Neben der „Rhapsody in Blue“ spielt das dynamische Ensemble die Ballettmusik „Appalachian Spring“, in der Aaron Copland in ähnlicher Weise Jazz und Klassik verbindet. Auch Copland wurde in Brooklyn geboren – als Kind litauischer Einwanderer. Mit einer Hommage an Litauen beendet indes Martynas Levickis das Konzert: Seine Vertonung von fünf litauischen Volksliedern entfaltet die Schönheit seiner waldreichen Heimat.

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