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Fazıl Says „Mother Earth“ als deutsche Erstaufführung

Von Osaka über Istanbul nach Hollywood

In Fazıl Says neuem Klavierkonzert, das erstmals in Berlin erklingt, sind Jazz und anatolische Volksmusik kunstvoll miteinander verwoben.

vonSusanne Bánhidai,

Dieser Konzertabend sprengt geografische und künstlerische Grenzen. Den Auftakt bildet ein echtes Ereignis der Gegenwart: Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin präsentiert das Klavierkonzert von Fazıl Say als deutsche Erstaufführung. Der türkische Pianist und Komponist ist bekannt für seine Gabe, Welten zu verbinden. In seinem Spiel trifft die rhythmische Energie des Jazz auf die melancholische Tiefe anatolischer Volksmusik. Sein neues Klavierkonzert „Mother Earth“, geschrieben für die Expo 2025 in Osaka, ist ein eindringliches musikalisches Portrait der Erde, das ihre Schönheit und Verletzlichkeit zelebriert. Nach diesem furiosen Start führt die Reise über den Atlantik zu einer Pionierin der Musikgeschichte. Florence Price vereinte in ihren Werken das Erbe der europäischen Spätromantik mit der Seele afroamerikanischer Spirituals. In der Bearbeitung ihres Andante moderato entfaltet sich eine innige Melodik, die unter die Haut geht. Es ist Musik, die von Identität und Stolz erzählt und Price’ Platz als erste bedeutende schwarze Komponistin der USA eindrucksvoll untermauert.

Eine Sinfonie wie für die Kinoleinwand gemacht

Zum krönenden Abschluss versinkt der Saal in purer Opulenz. Erich Wolfgang Korngold, das einstige Wiener Wunderkind, brachte den glanzvollen Sound des alten Europas nach Hollywood und erfand dort die Filmmusik neu. Seine Sinfonie ist ein rauschhaftes Erlebnis für die Sinne: groß besetzt, harmonisch schillernd und von einer dramatischen Wucht, die man sonst nur aus den großen Leinwandepen kennt. Ein Klangbad „wie im Kino“, das in einem orchestralen Feuerwerk gipfelt. Der Abend mit dem Chefdirigenten des BBC Philharmonic Orchestra John Storgårds demonstriert eindrücklich, wie wichtig und ergiebig kultureller Austausch ist.

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