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Köln: Hans Werner Henze zum 100. Geburtstag

Undogmatisch

Zum 100. Geburtstag von Hans Werner Henze feiert das Ensemble Musikfabrik den bedeutenden Komponisten mit einem besonderen Konzert.

vonSören Ingwersen,

Von jung auf an schwimmt Hans Werner Henze gegen den Strom. Brennend interessiert er sich für die sogenannten entartete Musik der NS-Zeit, darf sie aber nicht studieren. Sein Vater – ein glühender Anhänger des Nationalsozialismus – will seinen Sohn lieber auf die Musikschule der Waffen-SS schicken. Doch Henze wehrt sich, studiert an der Staatsmusikschule Braunschweig, schreibt Sonaten im Stil Paul Hindemiths, nimmt nach dem Zweiten Weltkrieg an den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik teil. Er experimentiert mit zwölftönigen und polytonalen Strukturen, lehnt aber die dogmatische Forderung der Nachkriegsavantgarde, im seriellen Stil zu komponieren, ab. Der homosexuelle Komponist sehnt sich nach Vielfalt und Toleranz. Während der Adenauer-Ära zieht er nach Italien, tritt der Kommunistischen Partei bei und als Dirigent und Festivalgründer in Erscheinung. Henze, der 2012 in Dresden verstarb, betrachtete sich als politischen Künstler, verband traditionelle Stile mit neuen Formen und Elektronik zu einer eigenen Musiksprache. Das Ensemble Musikfabrik bringt zum 100. Geburtstag des einflussreichen Komponisten drei seiner Werke zum Klingen und stellt außerdem zwei Stücke seiner Schüler Olga Neuwirth und Gerd Kühr vor.

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