TV-Tipp: La Folle Journée auf arte

Einmal um die Welt

Heute Nacht zeigt arte ab 00:35 Uhr zwei Konzertmitschnitte vom La Folle Journée 2017 aus Nantes

© PR/gemeinfrei

Tan Dun

Tan Dun

Fast 500 Konzerte in nur vier Tagen bietet das Festival La Folle Journée der bretonischen Stadt Nantes alljährlich an. La Folle journée  – auf Deutsch „Der tolle Tag“ – geht auf das Theaterstück von Pierre Augustin Beaumarchais zurück: „Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit“, das Mozart in seiner Oper „Le nozze di figaro“ verewigte. 2017 ging es unter dem Motto „Volkstänze in der Musik“ musikalisch rund um die Welt. Einen Teil der Konzerte strahlt arte nun erstmals aus.

La Folle Journée: „Tiger and Dragon“ trifft „West Side Story“

Heute Nacht wird der Konzertreigen von Tan Duns Pasacaglia „Geheimnis des Windes und der Vögel“ eröffnet. Der chinesische Dirigent und Komponist, der sich mit seinen Soundtracks zu Filmen wie „Tiger and Dragon“, „Hero“ oder „Mulan – Legende einer Kriegerin“ einen Namen machen konnte, arbeitet nicht nur mit dem Klang der Instrumente selbst. Der Wind weht durch die Streichinstrumente, und die Musiker summen und flüstern dazu. Es entsteht eine fast schamanisch anmutende Klangwelt. Uraufgeführt wurde das Werk 2015 in der New Yorker Carnegie Hall.

Im Anschluss dazu interpretiert das Ural Philharmonic Orchestra unter Chefdirigent Dmitri Liss einen Klassiker der amerikanischen Musik des 20. Jahrhunderts: Leonard Bernsteins „West Side Story“. Mit dem „Danzon“ Nr. 2 des Mexikaners Arturo Marquez, einem der beliebtesten Werke der südamerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts klingt das Konzert aus. Uraufgeführt wurde es 1994 in Mexico City.

Wo sich Tschaikowsky und Schostakowitsch begegnen

© Kishin Shinoyama

Sayaka Shoji

Sayaka Shoji

Die japanische Geigerin Sayaka Shoji ist die Solistin des nächsten Konzertes vom La Folle Journée 2017. Sie interpretiert einen Klassiker der Literatur ihres Instrumentes, das Violinkonzert D-Dur von Tschaikowsky. Uraufgeführt wurde es 1881 von Adolph Brodsky, nachdem der ursprüngliche Widmungsträger es als unspielbar abgelehnt hatte. Sayaka Shoji entstammt einer Künstlerfamilie, ihre Mutter malte und ihre Großmutter schrieb Gedichte. Zur Geige kam sie über das Klavier, als sie fünf Jahre alt war. 1999 gewann sie als erste Japanerin den Paganini-Wettbewerb in Genua. Ihre CD-Karriere startete ein Jahr später dank Zubin Mehta, der das außergewöhnliche Talent der damals 17-Jährigen erkannte. Der indische Maestro und Chefdirigent des Israel Philharmonic Orchestra spielte mit ihr Paganinis erstes Violinkonzert und Waxmans „Carmen Fantasy“ ein.

Seitdem ist Sayaka Shoji regelmäßiger Gast auf den internationalen Konzertbühnen und tritt auch seit vielen Jahren schon alljährlich in Nantes auf. Im zweiten Teil des Konzertes spielt das Ural Philharmonic Orchestra unter Dmitri Liss „Ouvertüre, Polka und Tanz“ aus dem „Goldenen Zeitalter“ von Dmitri Schostakowitsch. Uraufgeführt wurde das Ballett in Leningrad 1930, fiel aber bald den Intrigen, die gegen Schostakowitsch liefen, insbesondere den Machenschaften des Russischen Vereins Proletarischer Musiker, zum Opfer. Schon vor der Premiere hatte jedoch Schostakowitsch eine Ballett-Suite eingerichtet, die ihren Weg ins internationale Repertoire fand.

Impressionen von La Folle Journée 2017:

concerti-Tipp:

La Folle Journée
Mo. 12.2., ab 01:55 Uhr
arte

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