Radiotipp 11.10. Brahms: Ein deutsches Requiem hr2

Requiem zum Trost

Bei seinem „Deutschen Requiem“ ging es Johannes Brahms nicht um Trauer, sondern um Trost. hr2 überträgt das Konzert mit Christiane Karg und Michael Nagy live aus der Alten Oper.

© Gisela Schenker

Christiane Karg

Christiane Karg

Es ist eines der aufregendsten Werke der Musikgeschichte und eines seiner bedeutendsten Werke. „Ein deutsches Requiem“ op. 45 von Johannes Brahms zählt zu den persönlichsten musikalischen Äußerungen des Komponisten und ist ein Stück, das einst mit Konventionen brach.

Für Brahms bedeutete das Werk den Durchbruch zum international anerkannten Komponisten

Bei seinem 1868 fertiggestellten Werk knüpfte der Komponist an das Erbe von Heinrich Schütz und Johann Sebastian Bach an. Die biblischen Texte weichen bewusst von den Vorbildern der katholischen Liturgie ab. Für seine Zeit fast schon revolutionär, löste er sich von der tradierten Form der katholischen Totenmesse und wandte sich den Menschen zu. „Insgesamt ist das Requiem ein Stück, das einerseits den Affekt der Trauer sehr deutlich ausdrückt. Andererseits kommt jedoch insbesondere dem Aspekt der Tröstung eine bedeutende Rolle zu, der sich von der Trauer entfernt“, erzählt Helmuth Rilling über sein Lieblingsstück, das „Deutsche Requiem“.

Clara Schumann bezeichnete das Requiem einst als „ein ganz gewaltiges Stück“, das den ganzen Menschen in einer Weise wie wenig anderes ergreife. Für sie vereinen sich hier „tiefer Ernst mit allem Zauber der Poesie“.

Vor 150 Jahren am 18. Februar 1869 erlebte die Endfassung des Requiems im Leipziger Gewandhaus ihre Uraufführung. Publikum und Presse waren begeistert. Für den fast 36-jährigen Brahms bedeutete das den Durchbruch zum international anerkannten Komponisten. In der Alten Oper Frankfurt singen Christiane Karg und Michael Nagy gemeinsam mit dem hr-Sinfonieorchester und dem MDR-Rundfunkchor unter der Leitung von David Zinman.

concerti-Tipp:

Fr. 11.10., 20:04 Uhr
Brahms: Ein deutsches Requiem op. 45
Live aus der Alten Oper Frankfurt
Christiane Karg (Sopran), Michael Nagy (Bariton), hr-Sinfonieorchester, MDR-Rundfunkchor, David Zinman (Leitung)

hr2 und Video-Livestream.

Auch interessant

Opern-Kritik: Oper Frankfurt – Pénélope

Zweifel und Sehnsucht

(Frankfurt, 1.12.2019) Die Inszenierung von Corinna Tetzel zeigt den Zerfall der geschlechtlichen Rollenmuster um 1900 in packenden, dabei oft plakativen Bildern. weiter

Holzhausenkonzerte: Streichquartettfesttage 2019

Vier Ensembles geben sich die Klinke in die Hand

Bei den Streichquartettfesttagen 2019 bildet Franz Schubert den roten Faden. weiter

TV-Tipp 27.10.: Marina Abramović und die Kunst des Hörens

Grenzgängerin

Marina Abramović zählt zu den bekanntesten Performance-Künstlerinnen weltweit. In Frankfurt lud sie das Publikum zu einer ungewöhnlichen Hörerfahrung ein. weiter

Kommentare sind geschlossen.