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Porträt Daniel Ottensamer

Traditionen weiterführen

Daniel Ottensamer zählt zu den gefragtesten Klarinettisten seiner Generation, dennoch steht sein Instrument nicht immer an erster Stelle.

vonIrem Çatı,

In der Familie Ottensamer kommen die Söhne Daniel und Andreas definitiv nach dem Vater Ernst, denn sie alle haben sich für eine Klarinettisten-Laufbahn entschieden. Mit zwei Profimusikern als Eltern war das Musizieren sowieso schon immer so normal wie „Mittagessen oder Zähneputzen“, sagt Daniel Ottensamer. Dennoch war es ihnen wichtiger, den Kindern einen Zugang zur Musik zur ermöglichen als sie zu ihren Nachfolgern auszubilden. Sein Vater fand in seinem Beruf aber eine solche Erfüllung und hat diese den Kindern auch vorgelebt, dass Daniel das Instrument stets mit etwas Positivem verbunden habe. Das Leben mit drei Klarinettisten sei vor allem für seine Mutter als Cellistin eine Herausforderung gewesen, sagt er schmunzelnd.

Nach seinem Studium in Wien wurde Daniel Ottensamer schon mit zwanzig Jahren bei den Wiener Philharmonikern aufgenommen, drei Jahre später war er deren Soloklarinettist. „Zwar hatte ich kein wirkliches Studentenleben, dafür aber genoss ich schon früh eine berufliche Sicherheit, so dass ich mich relativ schnell auf meinen Wohnort, Familie und Kinder festlegen konnte“, sagt er. „Ich hinterfrage das gar nicht mehr, weil ich sehr zufrieden mit meinem Leben bin – und mit meinem Beruf sowieso.“

Daniel Ottensamer: Die Musik kann auch mal zur Nebensache werden

Daniel Ottensamer: Musizieren war so normal wie „Mittagessen oder Zähneputzen“
Daniel Ottensamer: Musizieren war so normal wie „Mittagessen oder Zähneputzen“

Während für viele Musiker die reine Solokarriere das große, meist unerreichte Ziel ist, kam eine solche für Daniel Ottensamer nicht infrage: „Die Klarinette als reines Soloinstrument würde mich nicht erfüllen. Das ist mir einfach zu wenig.“ Ohnehin sei sie sehr präsent in Sinfonien und vielfältig in der Opernliteratur. Darauf möchte der gebürtige Wiener nicht verzichten. Stattdessen geht er mit den Philharmonix repertoiretechnisch sogar noch weiter. Das Ensemble aus Mitgliedern der Berliner und Wiener Philharmoniker spielt Jazz und Latin, jüdische Volksmusik, Hollywood-Melodien und Popsongs. „Die Arbeit mit den anderen Musikern ist sehr erfrischend und ein toller Ausgleich zum üblichen Orchesterbetrieb“, so Ottensamer.

Ein weiterer, für Künstler eher untypischer Aspekt ist die Tatsache, dass die Musik für Daniel Ottensamer in vielen Situationen auch mal zur Nebensache werden kann. Als passionierter Sportler und Vater dreier Kinder betont er lachend, dass er auch wahnsinnig gerne mal nicht Klarinette spiele. „Ich genieße es, auch mal frei zu haben, verbringe den Tag mit meiner Familie, spiele Fußball oder Tennis und fahre Fahrrad.“ Wenn er dann aber Klarinette spiele, möchte er die Freude daran nicht verlieren und diese an sein Publikum weitergeben. Denn vor allem sei er dankbar, dass er die Musik zu seinem Beruf machen konnte und sie auf diesem Niveau präsentieren darf.

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