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Rezension Alan Gilbert – Bruckner: Sinfonie Nr. 7

Artifizielle Coolness

Alan Gilbert und das NDR Elbphilharmonie Orchester setzen mit Bruckners Siebter auf Hybridisierung und Verabsolutierung.

vonRoland H. Dippel,

Das Resultat dieser Einspielung nach der Bruckner-Edition von Leopold Nowak ist erstaunlich: Alan Gilbert setzt auf Hybridisierung und Verabsolutierung wie vor dreißig Jahren Herbert von Karajan mit den Berliner Philharmonikern. Nur klingt alles fast noch eine Spur brillanter, distanzierter, auch gläserner. In der kühlen Klarheit dieser kurz vor dem Amtsantritt ihres neuen Chefdirigenten entstandenen Einspielung merkt man nicht, dass das NDR Elbphilharmonie Orchester und Gilbert schon eine lange künstlerische Partnerschaft verbindet. Transparente Diversifizierung und höchst artifizielle Coolness zählen mehr als die Mischungen der Instrumentenstimmen von Bruckners bekanntester Sinfonie. Man feiert die eigene perfekte Professionalität und verzichtet auf die Reflexion von Bruckners katholisch geprägtem Weltbild: Eine porentiefe Reinigung von allen spirituellen Dimensionen auf hohem Niveau.

Alan Gilbert
Alan Gilbert © Peter Hundert/NDR

Bruckner: Sinfonie Nr. 7

NDR Elbphilharmonie Orchester, Alan Gilbert (Leitung)
Sony Classical

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