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Rezension Alois Mühlbacher – Bononcini: Alt-Kantaten

Neues Kapitel

Als Weltpremieren legt Alois Mühlbacher Solo-Kantaten über die unfreiwillige Trennung von Liebenden aus der Feder Antonio Bononcinis vor.

vonRoland H. Dippel,

Durch den 28-jährigen Alois Mühlbacher beginnt für manche Repertoirebereiche ein neues Kapitel der Interpretation. Dem Kastraten-Repertoire nähern sich frauliche Mezzosoprane und männliche Counterstimmen mit einem in geschlechtlicher Ambivalenz und Charisma schwelgenden und fast immer erotisch brodelndem Fluidum. Mühlbacher dagegen perpetuiert das makellose Weiß seiner imponierend langen Chorknabenvergangenheit und verzögert dadurch das Erwachsenwerden seines Timbres. Deshalb wirkt die Weltersteinspielung mit Kantaten über die unfreiwillige Trennung von Liebenden des unbekannteren der Bononcini-Brüder wie der Report durch eine Stimme, der Sehnsucht und Drängen (bisher) fremd sind. Tongebung, Gestaltung und Koloratur-Begabung dieses Peter Pan unter den Countertenören sind freilich verblüffend. Ars Antiqua Austria assistiert dem oberösterreichischen Stimmwunder schlank, erlesen und sehr leise.

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Alois Mühlbacher
Alois Mühlbacher

Bononcini: Alt-Kantaten

Alois Mühlbacher (Countertenor), Ars Antiqua Austria, Gunar Letzbor (Leitung)
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