Farbenreicher Bratschenton

CD-Rezension Antoine Tamestit – Bel canto

Farbenreicher Bratschenton

Antoine Tamestit und Cédric Tiberghien verzaubern durch ihre einfühlsame und zutiefst ausdrucksvolle Interpretation

Antoine Tamestit atmet, singt und schwelgt. Sängerisch spannt er den Bogen weit und weiter, zieht Linien, bei denen manch einem Kollegen die Luft ausgehen würde. Der Klang sprudelt und fließt, bis der gesamte Raum davon erfüllt ist. Die Idee des Albums: Der Einfluss des Belcanto auf die Bratschenliteratur im 19. Jahrhundert. Das funktioniert glänzend, denn vor allem die Arien bekommen einen frischen Ausdruck, ganz ohne Text. Henri Vieuxtemps, der als namhaftester Vertreter der belgisch-französischen Geigenschule gilt, schrieb mit seiner B-Dur Sonate eine wahre Perle der Viola-Literatur. Antoine Tamestit changiert brillant zwischen ausdrucksvollem Maestoso und elegischem Cantabile. Während er mit einem wunderschön warmen Bratschenton in großer farbiger Bandbreite verzaubert, erfreut Pianist Cédric Tiberghien durch seine zutiefst einfühlsame und zugleich präzise Klavierbegleitung. Die Prélude von Casimir Ney öffnet den Vorhang für große Dramatik, von der wir in Zukunft hoffentlich noch mehr zu hören bekommen.

Bel canto
Vieuxtemps: Sonate B-Dur op. 36, Andante con moto aus „Elégie op. 30“ & Capriccio
Donizetti: Il faut partir aus „La Fille du Regiment“ & O mon Fernand aus „La Favorite“
Mazaz: Elégie aus „Donizettis La Favorit“ op. 92
Ney: Prélude Nr. 15
Bellini: Casta Diva aus „Norma“

Antoine Tamestit (Viola), Cédric Tiberghien (Klavier)
harmonia mundi

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Termine

Freitag, 20.12.2019 19:00 Uhr Palais Lichtenau Potsdam

Musikalischer Salon

Antoine Tamestit (Viola), Mitglieder der Kammerakademie Potsdam

Sonntag, 12.01.2020 11:00 Uhr Bayerische Staatsoper
Montag, 13.01.2020 20:00 Uhr Bayerische Staatsoper
Dienstag, 14.01.2020 20:00 Uhr Bayerische Staatsoper
Montag, 02.03.2020 20:00 Uhr Elbphilharmonie Hamburg

Antoine Tamestit, Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, Alondra de la Parra

Bartók: Violakonzert Sz 120, Strawinsky: Der Feuervogel

Mittwoch, 04.03.2020 20:00 Uhr Philharmonie Berlin

Antoine Tamestit, Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Robin Ticciati

Weill: Suite aus „Lady in the Dark“, Bartók: Violakonzert Sz 120, Martinů: Rhapsody-Concerto für Viola und Orchester, Dvořák: Sinfonie Nr. 8 G-Dur op. 88

Sonntag, 08.03.2020 11:00 Uhr Kölner Philharmonie

Antoine Tamestit, Gürzenich-Orchester Köln, Sylvain Cambreling

Berlioz: Ouvertüre zu „Les Francs-Juges“ & Harold en Italie op. 16, Ives: Orchestral Set Nr. 1 „Three Places in New England“

Montag, 09.03.2020 20:00 Uhr Kölner Philharmonie

Antoine Tamestit, Gürzenich-Orchester Köln, Sylvain Cambreling

Berlioz: Ouvertüre zu „Les Francs-Juges“ & Harold en Italie op. 16, Ives: Orchestral Set Nr. 1 „Three Places in New England“

Dienstag, 10.03.2020 20:00 Uhr Kölner Philharmonie

Antoine Tamestit, Gürzenich-Orchester Köln, Sylvain Cambreling

Berlioz: Ouvertüre zu „Les Francs-Juges“ & Harold en Italie op. 16, Ives: Orchestral Set Nr. 1 „Three Places in New England“

Samstag, 25.04.2020 19:30 Uhr Friedenskirche Potsdam

Antoine Tamestit, Kammerakademie Potsdam

Bach: Vor deinen Thron tret‘ ich hiermit BWV 668, Hindemith: Trauermusik, Dowland: Flow my Tears & If my complaints could passions move, Britten: Lachrymae op. 48a, Brahms: Streichquintett Nr. 2 G-Dur op. 111

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