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Rezension Ian Bostridge – Twilight

Perfektion

Nach Respighi und Liszt kosten Ian Bostridge und Saskia Giorgini nun Lieder von Schumann bis ins kleinste Detail aus.

vonRoland H. Dippel,

Auf ihrem dritten Album zeigen Ian Bostridge und Saskia Giorgini nach den weitaus einfacheren Liedern von Respighi und Liszt eine nahezu unerreichbare Zärtlichkeit und Meisterschaft. Neben der schier erschlagenden Konkurrenz für Schumanns op. 39 bleiben sie im unteren Dynamikbereich. Dort verkosten sie jede Silbe, jeden Ton und jede Pause mit überaus bewusstem Atmen, kleinen Verzierungen und vor allem im sich gegenseitig inspirierendem Dialog aus Tönen. „Waldesgespräch“ gehört zu den allerbesten Interpretationen dieses Loreley-Liedes. Poetischer Pessimismus wird mit schlanken Eintrübungen manifestiert, ohne Schwärzungen. Die etwas weniger bekannte Gruppe op. 40 ist ein hochkarätiger Einstieg zu dem, was an lyrischer Aquarellkunst folgen wird. Die Kerner-Lieder geraten perfekt. Und es ist ein Wunder, dass der reifende Tenor keinerlei Farbeinbußen oder Schattierungsengpässe zu erkennen gibt.

Ian Bostridge
Ian Bostridge

Twilight
Schumann: Fünf Lieder op. 40, Liederkreis op. 39, Zwölf Gedichte von Justinus Kerner op. 35, Zwei Lieder aus Lieder-Album für die Jugend op. 79

Ian Bostridge (Tenor), Saskia Giorgini (Klavier)
Pentatone

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