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Rezension Johanna Rose – Histoires d’un Ange

Nebenbei Virtuosität

Marin Marais und anderes erlesenes Barockkonfekt für Viola da Gamba und Cembalo kredenzen Johanna Rose und ihre Begleiter. Ein Ohrenschmaus.

vonEcki Ramón Weber,

Was hat sich die Plattenfirma da bloß gedacht? Die Künstlerin auf dem Cover mit XL-Ausschnitt im schwarzen Jumpsuit mit Engelsflügeln. Im Jahr 2019! Ist das nötig? Zum Glück ist die musikalische Darbietung dieser CD nicht so halbseiden peinlich. Die Gambistin Johanna Rose entlockt ihrem Instrument kraftvolle, erdige, beseelte Klänge, und zwar so flexibel, dass sämtliche schimmernden Wendungen in den ausgewählten Stücken des französischen Barockmeistes Marin Marais zur Geltung kommen. Vor allem die typischen dialogischen Gesten in den Stücken beherrscht Rose meisterhaft. Virtuosität demonstriert sie dabei ganz unaufdringlich en passant. Ihre Basso-continuo-Partner Josep Maria Martí Duran und Javier Núñez spielen auf Augenhöhe. Johanna Rose sollte getrost weiter auf diesem glücklichen Weg gehen. Und die Stylingberater ihrer CD auf den Mond schießen.

Histoires d’un Ange
Werke von Marin Marais, Robert de Visée, François Couperin, Jean-Philippe Rameau

Johanna Rose (Gambe), Josep Maria Martí Duran (Theorbe), Javier Núñez (Cembalo)
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