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Julian Prégardien und Kristian Bezuidenhout in Hamburg, Hohenems, Köln & Stuttgart

Mustergültiger Augenblick

Zwischen Originalklang und Innovation nehmen sich Tenor Julian Prégardien und Pianist Kristian Bezuidenhout Schuberts „Die schöne Müllerin“ an.

vonPatrick Erb,

Von Julian Prégardien ist bekannt, dass es ihm schwer fällt, sich festzulegen. Das betrifft insbesondere die klangliche Ausgestaltung seiner Liederabende und damit einhergehend die Wahl seiner Pianisten. Längst ist Prégardien von der jugendlichen Vorstellung abgerückt, eine Referenzaufnahme einzusingen oder eine mustergültige Formel zu finden. Vielmehr lebt seine Liedgestaltung vom Augenblick. Daher verwundert es kaum, dass sich der 41-Jährige gleichermaßen von Martin Helmchen, Michael Gees oder Kristian Bezuidenhout begleiten lässt. Mit letzterem gestaltet der Startenor nun Franz Schuberts „Die schöne Müllerin“, in dem ein breites Spektrum menschlicher Gefühlswelten ausgelotet wird: von der Liebe und dem puren Lebenswillen über Angst und Wehmut bis hin zu moroser, todessehnsüchtiger Ernsthaftigkeit. Dank Prégardiens einzigartigen, von ihm selbst entwickelten Verzierungen und dem von Bezuidenhout hier bevorzugten Hammerklavier dürfte das Ergebnis ein Grenzgang zwischen Originalklang und Innovation sein.

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