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CD-Rezension Marlis Petersen

Vogel-Wunder

Nicht nur Vorstudien für das zur Zeit wiederentdeckte Opernwerk: Braunfels‘ frühe Lieder

vonAndreas Falentin,

Das Wunder beginnt mit Track 7: Marlis Petersen singt das Federspiel, Braunfels‘ innige Vertonungen lyrisch-witziger Vogelbeschreibungen aus „des Knaben Wunderhorn“, spontan und frisch, mit perfekter Textverständlichkeit und vollendeter Anmut, lässt etwa die Bachstelze nahezu sichtbar auf- und abwippen. Mit seinen fast sämtlich vor 1920 entstanden Liedminiaturen stellt Walter Braunfels sich bewusst in die Liedtradition von Schubert bis Mahler. Er sucht dabei, anders als der wenig ältere Richard Strauss, kaum romantische Aufschwünge, sondern stets einen schlichten Seelenton. Nicht jedes Stück ist ein Meisterwerk, aber es sind definitiv Kostbarkeiten darunter, etwa Abbitte auf einen Text von Hölderlin. Der Bariton Konrad Jarnot verzaubert hier, trotz nicht eben attraktiven, leicht öligen Timbres, mit sensibler Gestaltung der Wort-Ton-Beziehungen und sinnlich-eleganter Mezza Voce.

Braunfels: Lieder
Marlis Petersen (Sopran)
Konrad Jarnot (Bariton)
Eric Schneider (Klavier)
Capriccio

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