Dreißig Jahre Krieg in Europa, von 1618 bis 1648: Viele Menschen kannten nichts anderes als Raubzüge, Verfolgung, Hunger, Angst um Leib und Leben, Endzeitverheißungen und Verschwörungsmythen. Einiges davon erinnert an heute. Wie behielten die Leute damals klaren Kopf? Sie suchten „Seelen-Friede“, wie es in einer Komposition von Johann Philipp Krieger heißt. Er erlebte eine Kindheit in der Nachkriegszeit. In zerstörten Landschaften übten sich die Menschen in Resilienz, innerer Standhaftigkeit, Zuversicht. Diese Überlebensstrategien untersucht das neue Album der Lautten Compagney Berlin unter der Leitung von Wolfang Katschner zusammen mit dem Tenor Martin Platz. In Werken von Krieger und seinen Zeitgenossen Schütz, Buxtehude, Hammerschmidt, Rosenmüller und Theile. Martin Platz, Opernsänger in Nürnberg und Professor in Augsburg, ist mit seinem lyrischen Tenor, schlank, wendig, kräftig, warm, kupferfarben, die perfekte Besetzung für diese barocken Gesänge. Die unterschiedlichen Affekte, die Seelenzustände, setzt er überzeugend und berührend um. Die Lautten Compagney Berlin mit Leiter Wolfgang Katschner ist stark wie immer und demonstriert eindrücklich, dass sie zu den Besten international gehört. Grandios!
Seelenfrieden
Werke von Buxtehude, Krieger, Schütz, Hammerschmidt, Rosenmüller & Theile
Martin Platz (Tenor), Lautten Compagney Berlin, Wolfgang Katschner (Leitung)
Prospero







