Zwei Zugpferde des Repertoires versammelt Cellist Alban Gerhardt auf seinem neuen Album: Die Cellokonzerte Opus 85 von Elgar und Opus 104 von Dvořák. Beim legendär betörenden Werk von Elgar verschießt das WDR Sinfonieorchester schon in den ersten vier Minuten sein dynamisches und expressives Pulver, es bleibt danach eher grob, holzschnittartig und wenig ausdifferenziert. Dirigent Andrew Manze und der exzellente Solist Alban Gerhardt kommen dagegen auch nicht an. Was war da los? Auch das Klangbild ist kurios, wie auf einer historischen Aufnahme vor 50 Jahren. Dabei lässt Gerhardt sein Cello intensiv singen, tanzen, springen, seufzen, schwärmen, auftrumpfen. Doch das eher träge agierende Orchester nimmt diese Impulse nicht auf. So ist diese Einspielung weit entfernt von den legendären Referenzaufnahmen des Werks. Besser wird es bei Dvořák: Hier ist alles lebhafter, besser abgestuft, geistig durchdrungen, mit mehr Energie und Temperament versehen, so dass – trotz gelegentlicher Intonationswackler in den Solobläsern – auch Spannung entsteht.
Elgar: Cellokonzert op. 85, Dvořák: Cellokonzert op. 104
Alban Gerhadt (Violoncello), WDR Sinfonieorchester, Andrew Manze (Leitung)
Hyperion







