Bereits vor mehr als zehn Jahren hat sich Denis Kozhukhin erstmals dem Klavierwerk von Joseph Haydn gewidmet, damals auf seinem zweiten Soloalbum. Jetzt kehrt er zu Haydn zurück und präsentiert fünf Sonaten. Sein Anschlag ist perlend, präzise und kernig, etwa bei den Verzierungen im Finale der E-Dur-Sonate. Die Kehrseite ist ein stärker lyrisch geprägter Ansatz, etwa im gesanglichen „Andante con moto“ der B-Dur-Sonate. Man könnte darüber streiten, ob Kozhukhin diese Sonaten eine Spur orchestraler hätte anlegen können, mit stärker hervorgehobenen Echo-Effekten und/oder deutlicheren klangfarblichen Schattierungen. Was jedoch am ehesten fehlt: Dieser Haydn wirkt an einigen Stellen eher ernst, etwa im Schlusssatz der e-Moll-Sonate. Das Keck-Verschmitzte, Humorvolle seiner Musik deutet Kozhukhin, ohne – bildlich gesprochen – eine Miene zu verziehen. Hier wäre bei dieser pianistisch ansonsten überzeugenden Darstellung mehr möglich gewesen.
Haydn: Klaviersonaten D-Dur Hob. XVI:4, E-Dur Hob. XVI:31, c-Moll Hob. XVI:30, F-Dur Hob. XVI:47bis & e-Moll Hob. XVI:34
Denis Kozhukhin (Klavier)
Pentatone







