Startseite » Rezensionen » Knappe Klangketten

CD-Rezension Philippe Herreweghe

Knappe Klangketten

Philippe Herreweghe widmet sich Strawinskys oft vernachlässigtem Vokal-Spätwerk

vonAndreas Falentin,

Strawinskys späte geistliche Werke sind auf dem Tonträgermarkt kaum präsent. Das mag daher rühren, dass ihnen bei genauer Betrachtung nichts Andachtsvolles oder Spirituelles eignet. Die alttestamentarischen und liturgischen Texte scheinen in erster Linie die Funktion gehabt zu haben, die Innovationskraft des greisen Meisters anzustacheln. Unverwechselbar knappe, oft das Skurrile streifende Klangketten sind so entstanden, die Philippe Herreweghe mit dem wie üblich traumhaft transparent singenden Collegium Vocale Gent und einer handverlesenen Solistenschar souverän und detailfreudig disponiert. Das wirkt momentweise eine Spur phlegmatisch, kitzelt aber des Öfteren, etwa im kurzen Praeludium der Requiem Canticles, Strawinskys letzter größerer Komposition, oder in den kurzen Soli der mit großer dramatischer Energie singenden Mezzosopranistin Ewa Wolak, schönen, kantig-eleganten Witz heraus. 

Strawinsky: Threni, Requiem canticles, Da pacem Domine & The Dove descending breaks the air
Christina Landshamer (Sopran), Ewa Wolak (Alt), Maximilian Schmitt & Magnus Staveland (Tenor), Florian Boesch & David Soar (Bass), Collegium Vocale Gent, Royal Flemish Philharmonic, Philippe Herreweghe (Leitung)
Phi

Auch interessant

Rezensionen

Termine

Aktuelle Rezensionen

  • „Ohne Geige würde mir die Seele fehlen“
    Interview Joshua Bell

    „Ohne Geige würde mir die Seele fehlen“

    Seit 2011 leitet Joshua Bell die Academy of St Martin in the Fields. Sein Violinspiel liegt in zahlreichen Aufnahmen vor – und in 20 000 digitalen Samples.

Anzeige

Audio der Woche

Gabriel Meyer präsentiert „Before I Knew“

Der Zürcher Pianist Gabriel Meyer veröffentlichte am 19. Dezember 2025 seine zweite Single „Before I Knew“. Das Stück setzt den mit dem Debüt begonnenen Weg fort und ist Teil des Albums „Remember“, das im Mai 2026 erscheint.

Newsletter

Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach: frische Klassik!