Cello emotional

Rezension Sheku Kanneh-Mason – Elgar

Cello emotional

Sheku Kanneh-Mason musiziert wandlungsfähig und mit großem Selbstbewusstsein, allerdings hätte weniger manchmal auch mehr sein können.

Dass das Cellokonzert von Edward Elgar eines nahen Tages als CD-Veröffentlichung fällig sein würde, war klar, wenn man die Laufbahn des britischen Cellisten Sheku Kanneh-Mason verfolgt hat. Nun hat er das Werk mit dem London Symphony Orchestra und Simon Rattle festgehalten, flankiert von einer Reihe kleinerer Werke, darunter Bloch und Fauré. Kanneh-Mason agiert auf seinem Cello emotional, wandlungsfähig, besonders in Finalsatz, und mit großem Selbstbewusstsein. Emphatische Aufschwünge und Momente tiefer Versenkung wechseln einander ab, immer in wahlverwandtem Maße unterstützt von Rattle und den Londonern. So entwickelt sich ein authentisches Musizieren, über das lediglich in Details zu diskutieren wäre, inwieweit weniger auch mehr sein kann. Doch ändert das nicht am aussagekräftigen Rang dieser CD. Einzig die etwas zerfransenden Beiwerke wirken in ihrer zeitgemäßen Häppchenfolge ein wenig gewollt.

Erhalten Sie einen kleinen Vorgeschmack auf das Album:

Elgar
Elgar: Cellokonzert op.85 & Romanze op. 62
Bridge: Spring Song
Bloch: Prelude & From Jewish Life
Fauré: Elegie op. 24
Klengel: Hymnus op. 57
Traditionals: Blow the Wind & Scarborough Fair

Sheku Kanneh-Mason (Violoncello), Heath Quartet, London Symphony Orchestra, Simon Rattle (Leitung)
Decca

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