Cello emotional

Rezension Sheku Kanneh-Mason – Elgar

Cello emotional

Sheku Kanneh-Mason musiziert wandlungsfähig und mit großem Selbstbewusstsein, allerdings hätte weniger manchmal auch mehr sein können.

Dass das Cellokonzert von Edward Elgar eines nahen Tages als CD-Veröffentlichung fällig sein würde, war klar, wenn man die Laufbahn des britischen Cellisten Sheku Kanneh-Mason verfolgt hat. Nun hat er das Werk mit dem London Symphony Orchestra und Simon Rattle festgehalten, flankiert von einer Reihe kleinerer Werke, darunter Bloch und Fauré. Kanneh-Mason agiert auf seinem Cello emotional, wandlungsfähig, besonders in Finalsatz, und mit großem Selbstbewusstsein. Emphatische Aufschwünge und Momente tiefer Versenkung wechseln einander ab, immer in wahlverwandtem Maße unterstützt von Rattle und den Londonern. So entwickelt sich ein authentisches Musizieren, über das lediglich in Details zu diskutieren wäre, inwieweit weniger auch mehr sein kann. Doch ändert das nicht am aussagekräftigen Rang dieser CD. Einzig die etwas zerfransenden Beiwerke wirken in ihrer zeitgemäßen Häppchenfolge ein wenig gewollt.

Erhalten Sie einen kleinen Vorgeschmack auf das Album:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Elgar
Elgar: Cellokonzert op.85 & Romanze op. 62
Bridge: Spring Song
Bloch: Prelude & From Jewish Life
Fauré: Elegie op. 24
Klengel: Hymnus op. 57
Traditionals: Blow the Wind & Scarborough Fair

Sheku Kanneh-Mason (Violoncello), Heath Quartet, London Symphony Orchestra, Simon Rattle (Leitung)
Decca

Weitere Rezensionen

Rezension Renaud Capuçon – Elgar: Violinkonzert

Luxusklang

Elegant und mit großer Ruhe meistert Renaud Capuçon Elgars weitschweifiges Violinkonzert, hochkarätig unterstützt von Simon Rattle und dem London Symphony Orchestra. weiter

Rezension Simon Rattle – Wagner: Die Walküre

Hochdramatischer Walkürenritt

Den hochdramatischen Dimensionen des ersten „Ring“-Tages gibt Simon Rattle mit transparent gerundeter Sinfonik plausiblen Sinn. weiter

Rezension Sir Simon Rattle – Bernstein: Wonderful Town

New-York-Hommage über Tempolimit

Sir Simon Rattle animiert, treibt und fordert mit leichten Händen die Akteure in Bernsteins turbulentem Musical. weiter

Termine

Freitag, 14.05.2021 20:00 Uhr Elbphilharmonie Hamburg

Mahler: Sinfonie Nr. 6 a-Moll (abgesagt)

London Symphony Orchestra, Simon Rattle (Leitung)

Sonntag, 16.05.2021 11:00 Uhr Gewandhaus Leipzig
Donnerstag, 27.05.2021 20:00 Uhr Philharmonie Berlin

Elgar: The Dream of Gerontius op. 38

Dame Sarah Connolly (Mezzosopran), Allan Clayton (Tenor), Roderick Williams (Bariton), Rundfunkchor Berlin, Berliner Philharmoniker, Simon Rattle (Leitung)

Freitag, 28.05.2021 20:00 Uhr Philharmonie Berlin

Elgar: The Dream of Gerontius op. 38

Dame Sarah Connolly (Mezzosopran), Allan Clayton (Tenor), Roderick Williams (Bariton), Rundfunkchor Berlin, Berliner Philharmoniker, Simon Rattle (Leitung)

Samstag, 29.05.2021 19:00 Uhr Philharmonie Berlin, digitalconcerthall.com

Auch interessant

TV-Tipp 5.4. arte Beethoven: Christus am Ölberge

Fast vergessen

Lange Zeit fristete Beethovens Oratorium „Christus am Ölberge“ ein Schattendasein. Im Jubiläumsjahr bringen es Sir Simon Rattle und das London Symphony Orchestra im Londoner Barbican Centre auf die Bühne. weiter

Radio-Tipp 21.3.: Deutschlandfunk Kultur Sir Simon Rattle

Wiedersehen

Sir Simon Rattle ist als Gast zurück am Pult der Berliner Philharmoniker. Deutschlandfunk Kultur überträgt das erste von drei ausverkauften Comeback-Konzerten live aus der Berliner Philharmonie. weiter

Opern-Kritik: Staatsoper Berlin – Hippolyte et Aricie

In Lichtgewittern

(Berlin, 25.11.2018) Der dänisch-isländische Installationskünstler Ólafur Elíasson versenkt Jean-Philippe Rameaus Oper in einer Lasershow mit Musik. weiter

Kommentare sind geschlossen.