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CD-Rezension Sophie Pacini – In Between

Tanz auf der Rasierklinge

Sophie Pacinis Spiel ist geprägt von extrovertierter Wildheit auf der einen und innerer Glut auf der anderen Seite

vonFrank Armbruster,

Kein Zufall, dass Martha Argerich das Vorbild von Sophie Pacini ist. Wie das der Argentinierin ist auch Pacinis Spiel geprägt von extrovertierter Wildheit auf der einen und innerer Glut auf der anderen Seite. Das wird auf ihrer neuen CD mit dem vieldeutigen Titel „In Between“ besonders deutlich bei den Werken von Robert Schumann, mit dem sie eine Art Wesensverwandtschaft zu teilen scheint. Die Toccata op. 7 spielt sie wie einen Tanz auf der Rasierklinge, aber auch in den Fantasiestücken op. 12 bringt sie das Grenzgängerische dieser Musik beispielhaft zum Ausdruck. Technisch kennt ihr Spiel kaum Grenzen, und dass sie auch in klassisch geprägten Werken den angemessenen Ton findet, zeigt sie in Mendelssohns „Variations sérieuses“ wie in einigen der „Lieder ohne Worte“. Schön, dass sie auch je zwei Stücke von Clara Schumann und Fanny Hensel mit eingespielt hat – die qualitativ bestehen können!

In Between
Liszt: Liebeslied „Widmung, von Robert Schumann“
C. Schumann: Scherzo Nr. 2 c-Moll op. 14
R. Schumann: Fantasiestücke op. 12 & Toccata op. 7
Mendelssohn: Variations sérieuses op. 54, Rondo capriccioso E-Dur op. 14, Lieder ohne Worte op. 19 Nr. 3, op. 30 Nr. 3, op. 62 Nr. 6 & op. 67 Nr. 1 & 4
Hensel: Melodie op. 5 Nr. 4

Sophie Pacini (Klavier)
Warner Classic

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