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Rezension Yannick Nézet-Séguin – Beethoven: Sinfonien Nr. 1-9

Transparentes Miteinander

Mit dem Chamber Orchestra of Europe legt Dirigent Yannick Nézet-Séguin einen kammermusikalischen Beethoven-Zyklus vor, der ganz dem Urtext folgt.

vonChristian Lahneck,

Yannick Nézet-Séguin und das Chamber Orchestra of Europe haben die erste Gesamtaufnahme der Beethoven-Sinfonien nach der neuen Urtext-Ausgabe vorgelegt, die insbesondere bei der Neunten manch neue Erkenntnisse bereithält. Nun ist das COE ein fabelhaftes Orchester, und auch die Balance und Transparenz, mit der hier gespielt wird, spricht für sich. Nézet-Séguin lässt Naturtrompeten und Barockpauken zum Einsatz kommen und wertet die Blechstimmen auf. Eine offenkundig gewissenhafte Vorbereitung, genau überlegte Verzögerungen und geschärfte Akzente lassen einen frisch und sprudelnd musizierten Beethoven erkennen. Gemieden wird eine extreme Sicht wie etwa jene von Chailly in Leipzig. Es werden viele Feinheiten hörbar, andeutend oder vortretend, ariose Solostellen und gut gestaffeltes Tutti. Dies ist kein Zyklus, der Effekt machen möchte, sondern aus einem kammermusikalischen Miteinander entstanden ist.

Yannick Nézet-Séguin
Yannick Nézet-Séguin

Beethoven: Sinfonien Nr. 1-9

Chamber Orchestra of Europe, Yannick Nézet-Séguin (Leitung)
Deutsche Grammophon

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