Tiroler Festspiele Erl: Bach und Wagner zu Ostern

Musikalische Ostern in Österreich

Bei der Zwischen/Zeit der Tiroler Festspiele Erl werden Bachs „Matthäus-Passion“ und Wagners Bühnenweihfestspiel „Parsifal“ geboten.

© Peter Kitzbichler

Die österreichische Gemeinde Erl in Tirol mit Bergen im Hintergrund.

Die österreichische Gemeinde Erl in Tirol

Über das Osterwochenende lädt ein inhaltlich zum Fest passendes und hochkarätiges Programm in das beschauliche Erl. Die nur 1.500 Einwohner zählende österreichische Gemeinde im Bezirk Kufstein bietet neben dem von 1957 bis 1959 nach Plänen von Robert Schuller errichteten Passionsspielhaus auch das eigens für die Tiroler Festspiele Erl erbaute Festspielhaus. Das eindrucksvolle Haus von Delugan Meissl Associated Architects wurde am 26. Dezember 2012 eröffnet und beherbergt den mit 160 Quadratmetern größten Orchestergraben der Welt. Mit Bachs „Matthäus-Passion“ erklingt hier am diesjährigen Karfreitag eine der traditionsreichsten Musiken zum Kreuzigungsgeschehen.

Bach-Experte Martin Sieghart am Pult

Die musikalische Leitung hat Martin Sieghart, der die Oratorien von Johann Sebastian Bach seit dem Beginn seiner Dirigentenkarriere in den 1980er Jahren in das Zentrum seiner künstlerischen Tätigkeit gestellt hat. Die Mezzosopran-Partie übernimmt Hermine Haselböck, die 2005 als Mercedes in einer styriarte-Produktion von Bizets „Carmen“ unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt ihren Durchbruch schaffte und seitdem in Sälen wie der Carnegy Hall, dem Wiener Musikverein und dem Concertgebouw Amsterdam auftrat.

© Xiomara Bender

Chor und Orchester führen Bachs „Matthäus-Passion“ im Festspielhaus Erl auf.

Festliche Stimmung bei Bachs „Matthäus-Passion“ im Festspielhaus Erl.

Aus der Besetzung ist außerdem der Tenor Johannes Chum hervorzuheben, der bereits 2001 mit dem Karl-Böhm-Interpretationspreis ausgezeichnet wurde und beispielsweise mit René Jacobs, Riccardo Chailly und Sylvain Cambreling zusammengearbeitet hat.

Die Tiroler Festspiele Erl zeigen Wagners „Parsifal“

Mit Wagners Bühnenweihfestspiel „Parsifal“, das einen Tag vor Ostern zur Aufführung kommt, bietet sich die ideale Gelegenheit, den Karfreitagszauber als musikalisches Erlebnis zu zelebrieren. Die Regie für Wagners letztes Bühnenwerk, für das der Meister einst verfügte, es dürfe nur in Bayreuth aufgeführt werden, übernimmt in Erl das Kollektiv Furore di Montegral. Sie setzen bereits ihr sechstes Bühnenprojekt in Tirol um, seit sie dort im Juli 2017 mit einer Neudeutung von Rossinis biblischer Oper „Semiramide“ debütierten.

© Xiomara Bender

Richard Wagners „Parsifal“ in der Inszenierung von Furore di Montegral.

Richard Wagners „Parsifal“ in der Inszenierung von Furore di Montegral.

Den Parsifal gibt der als Lied- und Opernsänger gefragte Ferdinand von Bothmer, der bereits an der Mailänder Scala und der Oper Zürich gastierte und den Tiroler Festspielen Erl seit 2009 eng verbunden ist. Nicola Beller Carbone, die seit Jahren vor allem als Salome international engagiert wird, interpretiert die faszinierende Rolle der Kundry. Den Gurnemanz singt der Bass Pavel Kudinov. Er gehört dem Ensemble des Staatstheaters Karlsruhe an und ist darüber hinaus mit Künstlern wie Vivica Genaux und Max Emanuel Cencic europaweit tätig.

concerti-Tipp:

Tiroler Festspiele Erl – Ostern in Erl
19. & 20.4.2019
Bach: Matthäus-Passion. Maria Novella Malfatti (Sopran), Hermine Haselböck (Mezzosopran), Johannes Chum (Tenor & Evangelist), Hui Jin (Tenor & Arien), Werner von Mechelen (Bass), James Roser (Jesus), Chorakademie und Orchester der Tiroler Festspiele Erl, Martin Sieghart (Leitung)
Wagner: Parsifal. Michael Güttler (Leitung), Furore di Montegral (Regie)

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